Versicherungskammer Bayern erwartet sinkende Beitragseinnahmen
Das Münchener Unternehmen ist das größte im Lager der öffentlich- rechtlichen Gesellschaften, die zu großen Teilen den Sparkassen gehören. Obwohl die Versicherungskammer Bayern regional tätig ist, ist sie bundesweit gemessen an Beitragseinnahmen der achtgrößte Erstversicherer. 2010 stiegen die gebuchten Bruttobeiträge um 12,9 Prozent auf 7,1 Mrd. Euro. Das geht vor allem auf das starke Wachstum im Lebensgeschäft zurück. Hier stiegen die Beiträge um 26 Prozent auf 3,1 Mrd. Euro vor allem aufgrund des Einmalbeitragsgeschäfts. "Wir werden das starke Einmalgeschäft nicht weiter fortsetzen", kündigte er an. Das Unternehmen plane rückläufige Prämieneinnahmen ein, die sich auch auf die gesamten Beitragseinnahmen auswirken würden. Er rechne im laufenden Jahr mit Einnahmen von etwa 6,6 Mrd. Euro, sagte er. "Es geht darum, dauerhaft eine gesunde Balance zwischen Einmalbeitrag und laufenden Beiträgen zu bekommen." Die Versicherungskammer Bayern wolle den Trend zur Einmalanlage bedienen. "Aber wir wollen keine Geschäfte mit Zinsjägern machen, sondern mit Kunden, die langfristig investieren wollen", sagte er.
Die Versicherungskammer Bayern ist in der Gebäudeversicherung bundesweit der zweitgrößte Anbieter. Aufgrund der harten Winter der vergangenen Jahre leiden die Anbieter hier unter zunehmenden Leistungswasserschäden. Weil Gebäudepolicen für den Vertrieb wichtige Türöffner sind, herrscht hier bislang wie in der Kfz-Versicherung ein heftiger Preiskrieg. Damit ist es nach Einschätzung von Schubring-Giese vorbei. "Der Markt wird jetzt in die Sanierungsphase eintreten", sagte er. In der Kfz-Flottenversicherung habe der Versicherer bereits höhere Prämien durchsetzen können. "Wir werden die gleiche Entwicklung im privaten Bereich sehen", sagte er.