Für die meisten Unternehmen gehört zur Schadenvorsorge mehr als der Abschluss von Versicherungen. Was aber gutes Risikomanagement ausmacht, wissen nicht alle. Etwa 230 Beraterfirmen in Deutschland bieten ihnen Unterstützung an. Der Markt ist sehr zersplittert, denn die Anbieter kommen aus unterschiedlichen Branchen.
Wer Hilfe für sein Risikomanagement sucht, hat die Wahl zwischen sehr verschiedenen Angeboten. Neben vielen Versicherungsmaklern und Wirtschaftsprüfern wollen auch Banken, Unternehmensberater und Versicherer in Sachen Schadenvorsorge beraten. Für Kunden macht das die Beraterbranche schwer überschaubar. "Der Markt ist noch sehr fragmentiert, aber es bewegt sich etwas", sagt Felix Hufeld, Deutschlandchef des Versicherungsmaklers Marsh.
Das deutsche Marktvolumen für Beratungsleistungen im Risikomanagement schätzen Experten auf 40 bis 50 Mio. Euro. Genaue Zahlen gibt es wegen der Unübersichtlichkeit des Markts nicht. Die Anbieter definieren Risikomanagement unterschiedlich und offerieren sehr verschiedene Dienstleistungen.
Frank Roselieb vom Kieler Institut für Krisenforschung sieht das ähnlich. Bedeutung hätten vor allem die vier größten Wirtschaftsprüfer Deloitte, Ernst & Young, KPMG und PwC. Daneben gebe es noch sehr viele kleine Beraterfirmen. "Gerade Kleinstberater sind meist die Besten", sagt Roselieb. Viele von ihnen haben sich auf bestimmte Branchen wie Tourismus, Bau oder Gesundheitswesen spezialisiert. "Oft waren die Berater früher selbst in der jeweiligen Branche und bringen viel Wissen mit", sagt Roselieb.
Wirtschaftsprüfer sind als Berater außerhalb ihrer Prüfungsmandate gefragt, weil sie durch die gesetzlich vorgeschriebene Jahresabschlussprüfung viel über die Risiken der einzelnen Branchen wissen. "Ein Wirtschaftsprüfer hat üblicherweise einen breiten Erfahrungshorizont", sagt Oliver Engels vom Wirtschaftsprüfer KPMG. "Wir unterstützen Unternehmen dabei, wie sie selbst zu Entscheidungen über das für sie geeignete System kommen."
Ganz übernehmen können Externe die Krisenvorsorge nicht. "Am wichtigsten sind die eigenen Risikomanager", sagt Roselieb. Berater könnten Wissen von außen bringen und beim Aufbau des Risikomanagement-Systems helfen, wüssten aber nie so viel über ein Unternehmen wie die Firma selbst. Außerdem sei nicht nur die Einführung eines Systems wichtig. "Risikomanagement ist eine Daueraufgabe. An einer internen Lösung kommt man deshalb nicht vorbei", sagt Roselieb. Engels von KPMG hält trotzdem regelmäßige Beratung für wichtig. "Die Unternehmen kennen natürlich ihre Risiken, nehmen sie aber oft nicht als solche wahr." Sinnvolle Hinweise kämen deshalb für Unternehmen häufig von außen.