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Merken   Drucken   14.07.2007, 08:00 Schriftgröße: AAA

Risikomanagement: Transparenz hilft gegen Korruption

Für Firmen ist der Imageschaden groß, wenn sich herausstellt, dass Mitarbeiter Schmiergeld gezahlt haben. Korruptionsrisiken zu erkennen und zu minimieren ist ein wichtiger Teil des Risikomanagements von Unternehmen.
von Anja Krüger

Beim Bau des Berliner Großflughafens läuft die Auftragsvergabe anders als bei solchen Projekten sonst üblich. Durch den "Integritätsvertrag", den der Bauherr und die Anti-Korruptions-Organisation Transparency International geschlossen haben, sollen Anbieter, die auf Bestechung und illegale Absprachen setzen, keine Chance haben. Der Vertrag regelt das Auswahlverfahren für Lieferanten, Bauunternehmen und andere Dienstleister. Wer durch unsaubere Geschäftspraktiken auffällt, wird von der Auftragsvergabe ausgeschlossen.

Noch sind "Integritätspakte" in Deutschland die Ausnahme, aber möglicherweise bald die Regel. Früher galt Korruption als Kavaliersdelikt, als unerfreulicher, aber notwendiger Teil der Geschäftswelt. Das ist heute anders. Die öffentliche Aufregung um die Korruptionsaffären bei Siemens und VW belegt die Ächtung von Korruption in Gesellschaft und Wirtschaft.

Manager, die bei Schmiergeldzahlungen erwischt werden, haben ein erhebliches Problem - und die Unternehmen, für die sie arbeiten, erst recht. Wegen Korruption in die Schlagzeilen zu geraten schadet dem Image enorm. Das hat Auswirkungen auf Börsenkurs und Absatz. Korruptionsrisiken zu erkennen und zu minimieren ist ein wichtiger Teil des Risikomanagements von Unternehmen.

Opfer und Täter

Firmen können bei korruptiven Praktiken Opfer oder Täter sein. Halten Mitarbeiter gegenüber Lieferanten die Hand auf, zahlt vielfach das Unternehmen selbst, als Kunde des Bestechers, über den Preis das Schmiergeld. Mit internen Kontrollsystemen können solche Beschäftigten identifiziert werden. "Sinnvoll ist die Einrichtung eines Ombudsmanns, an den sich Beschäftigte wenden können, wenn sie kriminelle Machenschaften entdecken", sagt Frank Hendricks vom Unternehmensberater Avantum.

Bestechen die Mitarbeiter andere, ist das für Unternehmen ein größeres Problem als die Bestechlichkeit der eigenen Beschäftigten. Fliegt die Zahlung von Schmiergeld auf, sehen Behörden und Öffentlichkeit das schnell als Teil der Geschäftspolitik. Es gibt Warnsignale für Aufsichtsgremien. "Ein Hinweis ist, dass Beraterhonorare in Verbindung mit großen Geschäftsvolumina gezahlt werden", sagt Hendricks. Möglicherweise verbergen sich hinter den Empfängern als Berater getarnte Vermittler krummer Geschäfte.

Branchen wie die Bauwirtschaft, die Rüstungsindustrie oder die Automobilzulieferer haben den Ruf, von korrupten Marktteilnehmern durchsetzt zu sein. Manager müssen das nicht hinnehmen. "Eine Selbstanzeige oder eine Anzeige gegen unbekannt können probate Mittel sein", sagt Hendricks. In der Zementindustrie zum Beispiel ist das Preisabsprachekartell von Produzenten aufgeflogen, weil ein Unternehmen Selbstanzeige erstattet hat.

Teil 2: Geschäft ohne Schmiergeld ist überall möglich

  • FTD.de, 14.07.2007
    © 2007 Financial Times Deutschland
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