Die Finanzberater halten sich gegenseitig schlechte Arbeit vor
Nun könnte man das Papier rasch beiseite tun. Auftraggeber ist das Hamburger Institut für Management- und Wirtschaftsforschung, das erstens reichlich unbekannt ist und zweitens zum Gutteil von Aufträgen aus der Finanzindustrie lebt. Studienleiter Jörg Forthmann arbeitet hauptberuflich bei der PR-Agentur Faktenkontor, deren Kundenliste sich wie ein Who's who der Finanzbranche liest. Außerdem fußt die Studie auf gerade einmal zehn verdeckten Tests, also zwei pro Stadt.
Allerdings sind manche Ergebnisse tatsächlich krass: So erfragte ein Münchner Berater weder die Zahl der Kinder, Vermögensverhältnisse, Verbindlichkeiten, Erfahrungen in der Geldanlage noch die Risikobereitschaft. In Berlin war weder die Versorgungslücke Thema des Gesprächs, noch persönliche Ziele oder eventuelles Vorwissen.