Welche Banken und Versicherer als systemrelevant gelten, soll erst 2011 feststehen
Mario Draghi, Chef des FSB und der Notenbank Italiens sagte: "Wir haben den halben Weg geschafft." Trotz der Differenzierung in global und regional systemrelevante Institute gelte der Grundsatz, zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen und im Zweifel eine geordnete Insolvenz zu ermöglichen, für alle großen Institute gleichermaßen. Draghi sagte, es gebe zwar noch keine fertige Liste der global systemrelevanten Häuser, es seien aber eher "20 als 100". Aus Deutschland gehört derzeit nur die Deutsche Bank zu dieser Gruppe. Einige der gemäß ihrem Börsenwert größten Banken aus China und Japan kommen indes nicht auf die Liste, weil sie international wenig vernetzt sind.
Diese Institute sollen künftig zwar lediglich der nationalen, dafür aber auch international vernetzten Aufsicht unterliegen. Das FSB verlangte in einem Schreiben an die G20-Länder, dass diese die Kontrolle regional systemrelevanten Institute sicherstellen müssen. Die Mitgliedsstaaten oder, im Falle Europas, die EU müssen ohnehin die in Seoul abgesegneten erhöhten Eigenkapitalanforderungen nach Basel III in nationales Recht umsetzen. Dabei könnte auch geregelt werden, dass für bestimmte Institute schärfere Anforderungen gelten.
Die global wichtigen Versicherer und Banken müssten Verluste besser absorbieren können als andere Finanzfirmen, heißt es dazu im Gipfelbeschluss lediglich. Zu den möglichen Auflagen für die Unternehmen gehörten erhöhte Eigenkapitalanforderungen, die Begrenzung riskanter Anlagen und spezielle Abgaben.
Auch für die global wichtigen Institute soll es eine international koordinierte Finanzaufsicht geben. Nun sollen internationale Aufsehergremien für jedes global systemrelevante Institut eigene Kooperationsabkommen aushandeln und Gruppen für das Krisenmanagement gründen, um konkrete Pläne, etwa zur Abwicklung einer Bank, zu präsentieren.