Der Veranstalter der Loveparade, die Lopavent GmbH, hat für die katastrophal verlaufene Technoparade in Duisburg bei der deutschen Tochter des französischen Versicherungskonzerns
Axa eine Veranstalterhaftpflichtversicherung abgeschlossen. Die Axa trägt die Deckung alleine. "Die Lopavent ist mit einer Gesamtdeckungssumme von 7,5 Mio. Euro bei der Axa versichert", bestätigte ein Axa-Sprecher der FTD. Sollten Ansprüche über diese Deckungssumme hinaus entstehen, wird der Veranstalter dafür privat haften müssen. Gründer und Geschäftsführer der Lopavent ist Rainer Schaller, der auch die Fitness-Kette McFit betreibt.
Bei der Loveparade in Duisburg war auf dem einzigen Zugang zum Veranstaltungsgelände am Samstag eine Massenpanik ausgebrochen. In Folge des Unglücks starben 19 Menschen, mehr als 300 Personen wurden verletzt, darunter sind 80 Schwer- und Schwerstverletzte.
Zu Einzelheiten über Haftungsfragen oder zur Entschädigung für die Opfer will sich der Versicherer nicht äußern. "Wir sind in der Kette der ermittelnden Organe ganz hinten", sagte der Axa-Sprecher. Die Mitarbeiter des Versicherers müssten sich erst einmal ein Bild über die Lage machen.
Wie lange sich die Regulierung hinzieht, ist unklar. Bis sämtliche Haftungsfragen geklärt sind, können viele Jahre vergehen. Steht aber schon im Vorfeld fest, dass der Versicherer haftet, kann er vorläufig zahlen, muss aber nicht. Der Sprecher wollte keine Stellung dazu nehmen, wie sich die Axa verhalten wird. "Wir haben Verantwortung als Versicherer. Dass wir dazu stehen, ist keine Frage", sagte er nur.
Geschädigte in Massenfällen haben mit der Axa als Haftpflichtversicherer in den 90-er schlechte Erfahrungen gemacht. Das Unternehmen hatte damals einen Essener Pathologen gegen Berufshaftpflichtansprüche versichert, der wohl in weit über 100 Fällen falsche Brustkrebsdiagnosen abgegeben hatte. Jahrelang hatte die Axa sich geweigert, die Patientinnen zu entschädigen, die wegen der Falschdiagnose gesunde Brüste amputieren ließen.