Auf den ersten Blick ist das ein Dilemma: Mit komplexen Finanzprodukten sichert sich der zur
Munich Re gehörende Ergo-Konzern gegen eine Niedrigzinsphase ab. Das hat das Ergebnis in 2010 und den Jahren davor gestützt. Jetzt aber könnten die Instrumente den Versicherer Geld kosten. Denn die Zinsen steigen leicht an. Doch Konzernchef
Torsten Oletzky stört das nicht. "Ich habe lieber eine Abschreibung in 2011 und dann langfristig steigende Zinsen als dauerhaft sinkende Zinsen", sagte Oletzky.
Im Jahr 2010 hat Ergo 355 Mio. Euro verdient, doppelt soviel wie die 173 Mio. Euro des Vorjahres. Für 2011 gab Oletzky das Ziel eines Gewinnwachstums von 100 Mio. Euro bis 200 Mio. Euro aus - auch wenn die Zinssteigerung einen negativen Kurzfristeffekt haben sollte. Die Mutter Munich Re drängt auf steigende Gewinne: Schließlich musste sie ihr Gewinnziel wegen des Erdbebens in Japan kippen.
Probleme sieht Oletzky weiter im deutschen Lebensversicherungsgeschäft, während die Schaden- und Unfallversicherung gut läuft - mit einer Schaden- und Kostenquote von 90,3 Prozent der Beiträge im Jahr 2010, nach 88,3 Prozent in 2009. Die 90,3 Prozent wurden wegen der extrem hohen Profitabilität in der Unfallversicherung erreicht, denn in der Autoversicherung, die 1,6 Millionen Fahrzeuge abdeckt, betrug der Wert 108 Prozent.