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Merken   Drucken   29.03.2011, 12:10 Schriftgröße: AAA

Unternehmenszahlen: Ergo setzt auf steigende Zinsen

Der Ergo-Konzern hofft auf einen langsamen Anstieg der Zinsen - auch wenn ihn das kurzfristig Geld kostet. Außerdem hat die Tochter der Munich Re eine Reihe von Baustellen im Ausland. Der Gewinn soll 2011 trotzdem steigen, die Werbekampagne helfen. von Herbert Fromme 
Auf den ersten Blick ist das ein Dilemma: Mit komplexen Finanzprodukten sichert sich der zur Munich Re  gehörende Ergo-Konzern gegen eine Niedrigzinsphase ab. Das hat das Ergebnis in 2010 und den Jahren davor gestützt. Jetzt aber könnten die Instrumente den Versicherer Geld kosten. Denn die Zinsen steigen leicht an. Doch Konzernchef Torsten Oletzky  stört das nicht. "Ich habe lieber eine Abschreibung in 2011 und dann langfristig steigende Zinsen als dauerhaft sinkende Zinsen", sagte Oletzky.
Im Jahr 2010 hat Ergo 355 Mio. Euro verdient, doppelt soviel wie die 173 Mio. Euro des Vorjahres. Für 2011 gab Oletzky das Ziel eines Gewinnwachstums von 100 Mio. Euro bis 200 Mio. Euro aus - auch wenn die Zinssteigerung einen negativen Kurzfristeffekt haben sollte. Die Mutter Munich Re drängt auf steigende Gewinne: Schließlich musste sie ihr Gewinnziel wegen des Erdbebens in Japan kippen.
Probleme sieht Oletzky weiter im deutschen Lebensversicherungsgeschäft, während die Schaden- und Unfallversicherung gut läuft - mit einer Schaden- und Kostenquote von 90,3 Prozent der Beiträge im Jahr 2010, nach 88,3 Prozent in 2009. Die 90,3 Prozent wurden wegen der extrem hohen Profitabilität in der Unfallversicherung erreicht, denn in der Autoversicherung, die 1,6 Millionen Fahrzeuge abdeckt, betrug der Wert 108 Prozent.
Schwierigkeiten hat das Unternehmen auch bei den Schaden- und Unfalltöchtern im Ausland. Dort lag die Schaden- und Kostenquote bei 107,9 Prozent. Der intensive Wettbewerb in der Türkei, der lange Winter und Überschwemmungsschäden in Polen sowie eine strenge Aufsicht in Südkorea, die Preiserhöhungen fast unmöglich macht, waren die Hauptgründe. "Im internationalen Geschäft müssen wir dringend an den Schaden-Kostenquoten etwas tun", sagte Oletzky.
Den zweiten Teil der 2010 begonnenen Ergo-Werbe- und Transparenzoffensive hat das Unternehmen gerade gestartet. Die Kritik an der Kampagne sei kleinlich, sagte Oletzky. "Wenn es ein Jahr dauert, von 37 Seiten Bedingungen auf eine Seite zu kommen, dann kann man das vielleicht kritisieren." Das sei aber ohne Substanz. "Wir werden unser Markenversprechen 2011 einlösen."
  • FTD.de, 29.03.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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