"Die wichtigen Akteure in der Region haben ein Interesse am Fortbestehen der Piraterie, solange die Situation nicht eskaliert und die Lösegeldzahlungen im bisherigen Rahmen bleiben", sagte Shortland. Das militärische Vorgehen gegen Piraten unter Beteiligung der deutschen Marine trage sogar dazu bei, den Kreislauf aus Kaperungen und Lösegeldzahlungen zu stabilisieren. Die Zahl der Überfälle sei im militärisch kontrollierten Golf von Aden zwar gesunken, habe sich seit Beginn der Militäreinsätze durch Verlagerung der Piraten auf die freie See insgesamt aber verdoppelt.
Die Angriffe nehmen auch zu, weil die Piraten professioneller werden. "Wie in jedem guten Geschäft" würden die Gewinne reinvestiert, sagte Shortland. Die somalischen Piraten kauften von den Millionenlösegeldern schnelle Motoren, Telekommunikation, Automatikwaffen und Panzerabwehrraketen. Die Versicherer verlangten von den Schiffseignern kaum Vorkehrungen, die Kaperungen erschweren würden, sagte Shortland. "Man darf nicht erwarten, dass die Versicherungen an dem Ast sägen, der ihnen diesen Versicherungsmarkt möglich macht."