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Merken   Drucken   19.01.2012, 11:06 Schriftgröße: AAA

Verfälschung von Formularen: Royal Bank of Scotland muss Geldbuße zahlen

Weil die britischen Versicherer Direct Line und Churchill Akten frisiert haben, muss die Muttergesellschaft ein Bußgeld in Millionenhöhe entrichten. Die Finanzaufsicht FSA will damit ein Exempel statuieren. von Friederike Krieger
Die britische Finanzaufsicht FSA hat die verstaatlichte Royal Bank of Scotland  (RBS) zu einer Geldbuße von 2,17 Mio. Pfund (2,6 Mio. Euro) verdonnert, weil ihre Versicherungstöchter Direct Line und Churchill Beschwerdeformulare von Kunden nachträglich verfälscht haben.
Insgesamt seien 27 der 50 Dokumente, die beide Unternehmen zur Überprüfung an die FSA schicken mussten, geändert worden. "Das ist ein ernsthafter Verstoß", sagte Tracey McDermott von der FSA. Ein Angestellter habe sogar die Unterschrift von Kollegen gefälscht.
Ausgangspunkt für das Debakel war die Ankündigung der FSA im Februar 2010, abgeschlossenen Beschwerde-Akten einer Prüfung unterziehen zu wollen. Als Vorbereitung hatten Direct Line und Churchill eine Stichprobe von einem Wirtschaftsprüfer analysieren lassen. Die verheerende Bilanz: 28 Prozent der 110 untersuchten Dokumente waren fehlerhaft ausgefüllt.
Die Royal Bank of Scotland muss für die Fehler ihrer ...   Die Royal Bank of Scotland muss für die Fehler ihrer Versicherungstöchter büßen
Das rieben die Versicherern auch ihren Mitarbeitern in zwei Telefonkonferenzen unter die Nase - mit dem Hinweis, dass sie dafür sorgen sollen, dass die Formulare bei der FSA-Untersuchung in einer akzeptablen Form sind. "Die Firmen haben keine klaren Anweisungen erteilt, was dazu führte, dass die Mitarbeiter an den Formularen unangemessene Änderungen vorgenommen haben", sagte McDermott.
Die meisten Änderungen seien inhaltlich zwar geringfügig gewesen und den Kunden sei dadurch kein Schaden entstanden. "Die hohe Geldbuße soll aber Firmen zeigen, dass an die FSA gesandtes Material die wirkliche Lage widerspiegeln muss - und nicht wie Unternehmen sie gerne hätten", sagte McDermott.
Da sich Direct Line und Churchill einsichtig zeigten, reduzierte die FSA die Strafe um 30 Prozent. Ohne den Nachlass hätte die Geldbuße 3,1 Mio. Pfund betragen.
Die RBS muss ihre Versicherungstöchter im Gegenzug für Staatshilfe demnächst verkaufen. UK Insurance, die Obergesellschaft von Direct Line und Churchill, soll an die Börse gehen. Direct Line ist auch in Deutschland tätig.
  • FTD.de, 19.01.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland,
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