"Die Fondsindustrie und die Banken gehen in den Bereich der Vorsorge, die Lebensversicherer bieten nicht nur Altersvorsorgeprodukte gegen laufenden Beitrag, sondern zunehmend auch gegen Einmalbeitrag an", sagte Maximilian Zimmerer, Chef der
Allianz Lebensversicherung, der Financial Times Deutschland. Fonds und Banken hätten schon 30 Prozent des Marktes für Riester-Verträge erobert, bisher eine Domäne der Versicherer, so der 50-jährige Jurist.
Die Ankündigung Zimmerers deutet auch auf verschärften Wettbewerb innerhalb der Allianz Gruppe hin. Schließlich gehört mit Allianz Global Investors, früher Dit, eine der größten deutschen Fondsgesellschaften zum Konzern.
Bei der Vermögensanlage sieht Zimmerer deutliche Vorteile für die Versicherer. "Wir bringen beispielsweise zum 1. Juli neue Sofortrenten-Policen auf den Markt, die nach dem Vorbild der ,Variable Annuities‘ in den USA gebaut sind", sagte Zimmerer. Dabei lege der Kunde zwar sein Geld in Fonds an, mit einem Aktienanteil von wahlweise 75 Prozent oder 50 Prozent, habe aber trotzdem eine lebenslang garantierte Rente. Entwickelt sich der Fonds positiv, wird die Rente dauerhaft angehoben.
Nur mit solchen Angeboten könne die Lebensversicherungsbranche Wachstum erzielen. Dabei helfe allerdings auch die Abgeltungsteuer, die Fonds trifft, Lebenspolicen aber nicht. "Wir müssen dabei von Standards weg und unsere Produkte je nach Zielgruppe unterschiedlich gestalten."