Die Cyber-Attacke auf iranische Atomanlagen hat IT-Verantwortliche in helle Aufregung versetzt
Die Herausforderung für die Industrie ist also immens. Großtechnische Anlagen, Versorgungsnetzwerke und logistische Abläufe sind heute weitestgehend computergesteuert. Die Fachleute behaupten, dass binnen weniger Monate die jetzt angewandte Technik in immer größeren Kreisen bekannt und verwendbar sein wird. Sie vermuten sogar, dass Terroristen oder Hackergruppen demnächst so aktiv werden könnten.
Selbstverständlich ist es zuerst Aufgabe der Entwickler und Verwender von Steuerungssoftware, diese sicher zu entwickeln, ihre Unversehrtheit zu kontrollieren und damit die betrieblichen Abläufe sicher zu gestalten. Trotzdem verbleibt ein Restrisiko und damit auch Versicherungsbedarf. Deswegen sind grundsätzlich sowohl in der Haftpflicht- als auch in den Sachversicherungen derartige Risiken bis heute mitversichert.
Es ist aber absehbar, dass sich nun eine Diskussion um die Versicherbarkeit dieser Risiken auftun wird. Die Industrie kann nur hoffen, dass die Versicherungswirtschaft nicht wieder reflexartig ruft: "Ausschluss!". Zumindest eine Prämienerhöhung bei Weiterversicherung dieses Risikos wird sicher angesprochen werden. Beide Marktseiten haben also neue Hausaufgaben bekommen. Die Industrie muss ihre IT-Risiken - soweit eben möglich - beherrschbar machen, die Rück- und Erstversicherer sind aufgerufen, nicht hektisch Bedingungswerke oder Prämienvorstellungen zu verändern. Eins steht fest - man wird darüber intensiv im Gespräch bleiben müssen.