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Anderen Versicherern wird es kaum besser gehen. Zahlreiche Gesellschaften publizieren bislang keine Vierteljahreszahlen - da kommt die ganze Krisenwahrheit mit einem Schlag ans Licht, umso heftiger kann der Schock ausfallen.
Staatsanleihen müssen nicht gesichert werden
Währenddessen müssen die Vorstände sich immer intensiver mit dem neuen Aufsichtsmodell Solvency II befassen, das ab 2013 eingeführt werden und ab 2014 vollständig gültig sein soll. Viele Gesellschaften haben interne Risikomodelle entwickelt oder werden das tun. Sie sollen ihr spezifisches Geschäft besser abbilden als das Standardmodell. Diese Eigenkreationen müssen von der BaFin zertifiziert werden, der Prozess dauert seine Zeit.
Bei diesen Arbeiten zeigt sich das Bizarre an der momentanen Situation: Die Krise der Staatsanleihen, die seit Monaten die Welt in Atem hält, wird in Solvency II nur in Teilbereichen abgebildet. "Das größte Krisenthema sind für uns sind Risiken aus Staatsanleihen", sagte der Vorstand eines großen rheinischen Versicherers. "Doch diese Risiken gibt es laut Solvency II gar nicht."
Das neue Regelwerk sieht die Kapitalunterlegung des Geschäfts je nach Risiko vor. Wer höhere Versicherungsrisiken zeichnet, braucht dafür mehr Kapital. Die Abdeckung von komplexen Produkthaftpflichtrisiken muss höher unterlegt werden als die Wohngebäudeversicherung. Dasselbe Prinzip gilt für die Kapitalanlagen. Wer hoch in Aktien investiert, braucht mehr Eigenmittel zur Unterlegung als ein Versicherer, der Immobilien bevorzugt.