PKV-Verbandsdirektor Volker Leienbach zieht eine gemischte Bilanz nach zwei Jahren schwarz-gelb
Enttäuscht wurden die Versicherungsmanager aber beim Thema Zusatzversicherungen. Nach wie vor dürfen die Krankenkassen eigene Policen anbieten und damit den Privaten Geschäft streitig machen. Die Koalition will sogar noch weitergehen und den Kassen erlauben, mehr Angebote außerhalb des festgelegten GKV-Leistungskatalogs zu machen, zum Beispiel bei der Zahnbehandlung. "Diese Versicherten hätten dann keinen Grund mehr, eine Zusatzversicherung bei der PKV zu kaufen", kritisiert er.
Die Ankündigung im Koalitionsvertrag, die Pflegeversicherung durch eine verpflichtende, individualisierte und generationengerechte Kapitaldeckung zu ergänzen, schien den Versicherern ein neues Geschäftsfeld zu eröffnen. Getan hat die Regierung bislang aber nichts - nicht zuletzt, weil die Regierungsparteien unterschiedliche Positionen haben.
Von einer obligatorischen privaten Zusatzdeckung in der Pflege hält der Chef der AOK Rheinland/Hamburg, Wilfried Jacobs, nichts. Sinnvoller wäre es, auf Freiwilligkeit zu setzen und die Policen steuerlich zu begünstigen. "Dann sollte man aber auch den Krankenkassen die Möglichkeit geben, selbst Zusatzversicherungen anzubieten", fordert Jacobs. Fast 90 Prozent der Bevölkerung seien schließlich gesetzlich versichert.