Wegen der großen Probleme in der Krankenversicherung löste die zur Generali gehörende Central ihren Außendienst auf. Der Finanzvertrieb DVAG übernimmt jetzt 320 der Vertreter.
von Herbert Fromme
Der Frankfurter Vertrieb Deutsche Vermögensberatung (DVAG) übernimmt 320 Vertreter des Kölner Krankenversicherers Central, der zur Generali gehört. An der DVAG ist die Generali mit knapp 40 Prozent beteiligt, Gründer Reinfried Pohl hält die Mehrheit. Die Central hat ihren Außendienst mit 600 Vertretern aufgelöst, weil der Konzern keine Zukunft mehr für einen separaten Vertrieb in der Krankenversicherung sieht. Er bot den Vertretern an, entweder zur DVAG oder zur Tochter Generali München zu wechseln. Generali wollte nicht sagen, wie viele der Vertriebler ausgeschieden sind und wie viele zur Generali München gehen. Die DVAG sagte, sie habe 90 Prozent der Vertriebskraft übernommen. Damit meint sie offenbar die vorhandenen Versicherungsbestände.
Mit den drastischen Maßnahmen reagiert der Generali-Konzern, zu dem die Central gehört, auf große Probleme bei dem Krankenversicherer. Central war in den vergangenen Jahren vor allem mit Billigtarifen gewachsen, die meistens von Selbstständigen abgeschlossen wurden - vom Kioskbesitzer bis zum LKW-Fahrer, der mit dem eigenen Fahrzeug für Speditionen arbeitete. Die Leistungen dieser Privattarife liegen in der Regel unter dem Niveau der gesetzlichen Krankenkassen.
Doch das ging schief. Kaum ein Versicherter aus den Billigtarifen wechselte. Stattdessen stieg bei ihnen die Zahl der Nichtzahler drastisch an. Bei wirtschaftlichen Schwierigkeiten stellen viele Selbstständige die Beitragszahlungen ein. Das fällt umso leichter, als die Versicherer für Notfälle trotzdem zahlen müssen.
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