Ergo-Chef Torsten Oletzky
Dennoch glaubt Oletzky nicht, dass er seinen Kunden zu viel versprochen hat. "Wir sagen ja gerade nicht, wir sind schon perfekt, sondern sagen, dass wir zuhören und dann besser werden", sagte er im FTD-Interview.
Außerdem habe Ergo bereits eine Menge getan. "Wir haben Schreiben an unsere Kunden von Grund auf neu erarbeitet, die mit einer Auflage von 13 Millionen Stück pro Jahr herausgehen." Um die ehrgeizigen Ziele bei der besseren Verständlichkeit zu erreichen, hat Ergo Experten der Universität Hohenheim angeheuert.
"Wir werden unser Versprechen tatsächlich so umsetzen, wie wir es kommuniziert haben", sagte Oletzky. Damit auch diese Botschaft ankommt, wird der Düsseldorfer Versicherer 2011 ab März noch einmal zusätzliche 20 Mio. Euro für die Fortsetzung der Werbekampagne ausgeben - nach 50 Mio. Euro, die der Mix aus Fernsehspots, Anzeigen und Internetwerbung 2010 gekostet hat.
Noch gibt Oletzky sich und dem Unternehmen Zeit. Drei Jahre benötige man, um eine Marke am Markt zu etablieren, sagen Fachleute. Der 44-Jährige zeigt sich entspannt: "Man kann in einem halben Jahr nicht das Image erreichen, das eine Hamburg-Mannheimer über mehr als 50 Jahre aufgebaut hat." Trotzdem ahnt man, dass sich Oletzky ein schnelles Vergessen herbeisehnt und die Vorgängergesellschaften Victoria und Hamburg-Mannheimer aus dem Bewusstsein der Kunden verschwinden. Beide hatte der Versicherer 2010 zugunsten der neuen Marke Ergo Versicherungen eingestampft.