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Merken   Drucken   27.01.2011, 21:12 Schriftgröße: AAA

Vollmundige Werbung: Ergo setzt Versprechen erst Mitte 2011 um

Exklusiv "Klartext statt Klauseln" sagt der Versicherungskonzern seit Monaten seinen Kunden zu. Ob es wirklich zu einer Revolution der Assekuranz kommt, ist offen - im FTD-Gespräch versichert Vorstandschef Oletzky, auf jeden Fall besser zu werden. von Herbert Fromme und Nina Giaramita, Düsseldorf
Erst Mitte 2011 will der Versicherer Ergo mit Versicherungspolicen auf den Markt kommen, die seine vollmundigen Werbeversprechen einlösen. Sie sollen mit "massiv reduzierten Bedingungswerken" versehen sein, den Kunden also bei Vertragsabschluss mit weniger Papier zuwerfen als bisherige Verträge.
Die Munich-Re -Tochter verspricht schon seit Monaten "Klartext statt Klauseln". Ergo-Chef Torsten Oletzky  hat mit seiner Kampagne ("82 Millionen Gründe für eine neue Versicherung") die gesamte Konkurrenz massiv angegriffen und nicht weniger als eine Revolution angekündigt - zum Ärger der Wettbewerber. Die Neuzeit bricht allerdings bei den Policen mit zwölf Monaten Verspätung an - wenn es denn wirklich zur versprochenen Revolution kommt.
Ergo-Chef Torsten Oletzky   Ergo-Chef Torsten Oletzky
Dennoch glaubt Oletzky nicht, dass er seinen Kunden zu viel versprochen hat. "Wir sagen ja gerade nicht, wir sind schon perfekt, sondern sagen, dass wir zuhören und dann besser werden", sagte er im FTD-Interview.
Außerdem habe Ergo bereits eine Menge getan. "Wir haben Schreiben an unsere Kunden von Grund auf neu erarbeitet, die mit einer Auflage von 13 Millionen Stück pro Jahr herausgehen." Um die ehrgeizigen Ziele bei der besseren Verständlichkeit zu erreichen, hat Ergo Experten der Universität Hohenheim angeheuert.
"Wir werden unser Versprechen tatsächlich so umsetzen, wie wir es kommuniziert haben", sagte Oletzky. Damit auch diese Botschaft ankommt, wird der Düsseldorfer Versicherer 2011 ab März noch einmal zusätzliche 20 Mio. Euro für die Fortsetzung der Werbekampagne ausgeben - nach 50 Mio. Euro, die der Mix aus Fernsehspots, Anzeigen und Internetwerbung 2010 gekostet hat.
Noch gibt Oletzky sich und dem Unternehmen Zeit. Drei Jahre benötige man, um eine Marke am Markt zu etablieren, sagen Fachleute. Der 44-Jährige zeigt sich entspannt: "Man kann in einem halben Jahr nicht das Image erreichen, das eine Hamburg-Mannheimer über mehr als 50 Jahre aufgebaut hat." Trotzdem ahnt man, dass sich Oletzky ein schnelles Vergessen herbeisehnt und die Vorgängergesellschaften Victoria und Hamburg-Mannheimer aus dem Bewusstsein der Kunden verschwinden. Beide hatte der Versicherer 2010 zugunsten der neuen Marke Ergo Versicherungen eingestampft.

Teil 2: Stellenabbau verdaut

  • Aus der FTD vom 28.01.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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