Autoversicherer locken Kunden mit günstigen Werkstatttbindungstarifen
Tarife mit Werkstattbindung eignen sich nicht für jeden Autofahrer. Wer einen Leasingwagen fährt, verletzt unter Umständen seinen Vertrag, wenn er nicht die darin vereinbarten Werkstätten aufsucht. Mögliche Nachzahlungen drohen. Auch bei Herstellergarantien ist Vorsicht geboten. Die EU-Kommission hat zwar durchgesetzt, dass die Neuwagengarantie auch dann bestehen bleibt, wenn der Kunde sein Fahrzeug zu einer freien Werkstatt bringt. Bei Anschlussgarantien ist das aber nicht der Fall.
Der Automobilklub ADAC, der selbst Kfz-Policen anbietet, ist kein Freund der Werkstattbindung. "Einige Versicherer drücken die Werkstätten massiv im Preis", sagt ein Sprecher. Das müsse sich zwangsläufig in der Qualität der Reparatur niederschlagen. Der ADAC und sein Partner Zurich setzen auf ein anderes Modell. Die ADAC-Autoversicherung kooperiert zwar auch mit 200 Partnerwerkstätten. Wenn der Kunde das Netz nutzt, verspricht das Unternehmen eine unkomplizierte Schadenabwicklung, eine dreijährige Garantie auf die Reparatur, Hol- und Bringservice und einen Mietwagen für die Zeit der Reparatur. Entscheidet sich der Versicherte dagegen, hat er keine Nachteile. Prämiennachlässe gibt es nicht.
Branchengröße
Allianz setzt auf ein ähnliches Modell und arbeitet inzwischen mit 4000 Werkstätten zusammen. Ganz auf Werkstattbindung möchte der Versicherer aber nicht verzichten. Bei Kaskopolicen, die Kunden über das Internet abschließen, erhalten sie einen Rabatt von 15 Prozent auf die Prämie, wenn sie sich dazu verpflichten, die Partnerbetriebe aufzusuchen. Zudem kooperiert die Allianz mit großen Autoherstellern wie
VW , die bereits 1,35 Millionen Policen der Gesellschaft über Autohäuser verkauft haben. Die so versicherten Wagen werden immer in die Vertragswerkstatt gelenkt.