FTD.de » Unternehmen » Versicherungen » Wie Rückversicherer mit Katastrophen rechnen

Merken   Drucken   11.09.2010, 10:00 Schriftgröße: AAA

Worst-case Szenarien: Wie Rückversicherer mit Katastrophen rechnen

Tektonisch instabile Regionen sind bekannt. Das ermöglicht Rückversicherern, mit Hilfe spezieller Modelle zu simulieren, wie stark ein Erdbeben sie treffen wird. So können sie ihren Risikoappetit und die Preise bestimmen. von Anja Krüger
Noch ist alles ruhig. Doch wenn es passiert, werden die Folgen verheerend sein, das weiß fast jeder Mensch in der westlichen Welt. Noch nie erlebt, doch für Millionen ein Horrorszenario: das Mega-Erdbeben in Kalifornien. Bei Stärke 8,3 würden unzählige Menschen sterben, mit gewaltigen 200 Mrd. Dollar würde die Versicherungswirtschaft den größten Schaden ihrer Geschichte erleiden.
Trauriger Rekordhalter bei Schäden ist bislang Hurrikan Katrina, der im Jahr 2005 die Stadt New Orleans überschwemmte und die Versicherer 71 Mrd. Dollar kostete. Wann mit einem Monster-Beben an der Westküste der Vereinigten Staaten zu rechnen ist, weiß niemand. Statistisch gesehen ereignet es sich einmal in 500 Jahren. Ob morgen oder in 300 Jahren, ist ungewiss.
New Orleans unter Wasser: Hurrikan Katrina kostete die Versicherer ...   New Orleans unter Wasser: Hurrikan Katrina kostete die Versicherer 71 Mrd. Dollar
Stürme und Erdbeben sind am gefährlichsten Rückversicherer nehmen Erstversicherern einen Teil der Risiken ab, bei einer Katastrophe bündeln sich bei ihnen die Schäden. Nach Stürmen stehen Erbeben für die Assekuranzgrößen ganz oben auf der Liste der gefürchteten Gefahren. "Dass Stürme mehr Schäden verursachen als Erdbeben, hat nichts mit dem Charakter der Naturkatastrophen zu tun", sagt Jörg Steffensen.
Er leitet das Gebiet Naturereignisse beim Rückversicherer Hannover Rück . Tornados und Hurrikans sind nicht per se schlimmer als ein bebender Erdboden. Aber Stürme mit Zerstörungspotenzial kommen öfter vor und treffen häufiger Regionen, in denen mehr Menschen und Sachwerte versichert sind.
Nicht was, sondern wo es passiert ist entscheidend Doch auch Metropolen mit hoher Versicherungsdichte wie Istanbul, Jakarta, Tokio oder eben Los Angeles sind erdbebengefährdet. Engagieren Rückversicherer sich hier zu stark, kann das im Ernstfall ihre Leistungsfähigkeit übersteigen. Sie müssen deshalb über das eigene Risiko jederzeit im Bilde sein. Die meisten Erdbeben kommen nicht überraschend, nur den Zeitpunkt kennt niemand. Experten wissen, wo die Gefahr lauert. Sie erstellen Katastrophenmodelle und simulieren Szenarien. "Wir wissen jederzeit, wie viel Haftung wir wo an Bord haben", sagt Steffensen.

Teil 2: So bestimmen die Versicherer ihren Risikoappetit

  • FTD.de, 11.09.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
Jetzt bewerten
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  
FTD-Versicherungsmonitor
FTD-Versicherungsmonitor

Der FTD-Versicherungsmonitor hat alle wichtigen Namen und Nachrichten auf dem Radar und bündelt die wichtigsten Informationen aus verschiedenen Quellen. So erhalten Sie einen exzellenten Überblick über die Assekuranz, analytisch kommentiert von FTD-Versicherungskorrespondent Herbert Fromme.

Jetzt kostenlos abonnieren
Tweets von FTD.de Unternehmens-News

Weitere Tweets von FTD.de

  16.05. Wissenstest Sind Sie Flughafenkenner?

Die verschobene Eröffnung des Berliner Großflughafens BER schlägt Wellen. Die internationalen Flughäfen sind nicht nur dynamische Orte, sondern auch Großunternehmen. Kennen Sie sich gut mit Airports aus?

Zunächst eine Frage zum weltgrößten Flughafen. Derjenige mit dem größten Passagieraufkommen ist …

Wissenstest: Sind Sie Flughafenkenner?

Alle Tests

Tools für Unternehmer
 
Gründung Finanzierung Steuern Firmenwert Vorlagen
Verträge und Vorlagen Sie benötigen Dokumente und nützliche Arbeitshilfen für Ihren Geschäftsalltag? Wählen Sie aus fast 5.000 rechtssicheren und aktuellen Verträgen, Vorlagen, Checklisten, Rechentabellen oder Ratgebern. mehr

Newsletter:   Eilmeldungen Unternehmen

Autobauer unterschreibt milliardenschwere Übernahme? Mit uns wissen Sie es, bevor die Tinte trocken ist.

Beispiel   |   Datenschutz
  • Ackermann-Nachfolger: Anshu Jain - Wider die Deutschtümelei

    Eine Bilanz vor dem Amtsantritt? Verbietet sich. Eigentlich. Nicht so bei Anshu Jain. Denn Josef Ackermanns Nachfolger hat schon vor dem Start bei der Deutschen Bank viel verändert. mehr

  •  
  • blättern
  Bilderserie Deutsche Bank Ackermanns Meilensteine

Bilderserie

  31.05. Wirtschaft Spendierhosen bei VW sitzen enger
Wirtschaft: Spendierhosen bei VW sitzen enger (00:01:36)

Der Tarifabschluss für die Angestellten des Automobilkonzerns entspricht weitgehend dem Flächenvertrag in der Metall- und Elektrobranche. Laut IG-Metall ist er aber "einen Schnaps besser". mehr

FTD-Blogs
Weitere FTD-Blogs

alle FTD-Blogs

 



markets
  DAX 6264,38  [-16.42 -0,26%
  Dow Jones 12393,45  [-26.41 -0,21%
  Nasdaq Composite 2827,34  [-10.02 -0,35%
  Euro Stoxx 50 2118,94  [2.76 +0,13%
VERSICHERUNGEN

mehr Versicherungen

INDUSTRIE

mehr Industrie

FINANZDIENSTLEISTER

mehr Finanzdienstleister

HANDEL+DIENSTLEISTER

mehr Handel+Dienstleister

 
© 1999 - 2012 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Über FTD.de | Impressum | Datenschutz | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

VW | Siemens | Apple | Gold | MBA | Business English | IQ-Test | Gehaltsrechner | Festgeld-Vergleich | Erbschaftssteuer
G+J Glossar
Partner-Angebote