Mit wenigen Klicks entdecken findige Personaler die Internet-Spuren ihrer Bewerber
"Genau prüfen, welche Daten man freigibt"
Was aber kann ein Bewerber tun, um sich gegen die Online-Transparenz abzusichern? Carlo Velten, Trendanalyst bei der IT-Firma Experton, empfiehlt, vor einem Bewerbungsgespräch genau zu überprüfen, welche Spuren man im Netz hinterlassen hat. "Es gibt zwei Wege, wie Informationen über einen ins Netz kommen können", sagt Velten. "Durch eigene Einträge oder die Einträge anderer."
Informationen, die man selbst ins Netz stellt, sind beispielsweise Angaben in Social Networks wie Xing und StudiVZ. "Hier sollte man genau prüfen, welche Daten man für jedermann freigibt", rät Velten. Aber auch eine eigene Internetseite oder ein Blog können Details über eine Person verraten, ebenso wie Kommentare in Foren und Gästebüchern. "Im Extremfall können sogar Bilder, die man bei Foto-Communities wie Flickr hochlädt, oder Videos auf Youtube eine Aussage über einen machen", sagt Velten.
Wer weiß schon, was andere über einen schreiben
Viel schwerer aufzuspüren sind aber Informationen, die Dritte veröffentlicht haben. Sportvereine und -verbände publizieren zum Beispiel Turnier- oder Meisterschafts-Ergebnisse gerne auf ihren Seiten - mit Namen der Teilnehmer. Findet ein konservatives Unternehmen einen Bewerber als Sieger bei einem Kitesurf-Wettkampf, kann das den "Risikosportler" eventuell den Job kosten. "Solche Einträge kriegt man natürlich nur schwer wieder aus dem Netz", sagt Velten. "Aber jeder sollte wissen, welche Spuren er im Internet hinterlässt."
Aber wer weiß schon, was Arbeitskollegen, Kommilitonen oder Bekannte mal über einen geschrieben haben. Einträge in Foren, Blogs oder Gästebüchern kann man zwar oft nicht löschen, man muss aber zumindest darauf gefasst sein, dass auch Personaler diese finden und im Gespräch Fragen dazu stellen.
Internetportfolio
Velten empfiehlt deshalb, ein persönliches Internet-Portfolio zu erstellen, um sich damit auf alle eventuellen Fragen vorzubereiten: