Alle Zimmer verfügen über Fernseher, Telefon, einen virenfreien Computer, Laser-Drucker, Scanner, Fax und hacker-sicheres WLAN. Ach ja, ein großes Bett steht auch noch herum, und im Bad gurgelt das Jacuzzi. Genug geträumt. Diesen Service bietet kaum ein Hotel auf der Welt. Zumindest aber die Büro-Ausrüstung kann man einfach zwischen Hemd und Hose in den Koffer packen: Handy, Notebook, Calling Card, ein paar Meter Netzwerk-Kabel, Mini-Drucker, für den Idealfall Headset und Webcam, für den Ernstfall Telefonadapter, Schraubenzieher und Zange.
Die Basisausrüstung für das Bürocamp ist immer noch das Telefon. Das gehört zwar zum Standard in jedem Hotelzimmer, wird aber offenbar zunehmend als Retro-Möbel begriffen: Manche Hotelapparate in den USA bestechen noch durch Wählscheiben. Die Tarife sind oft undurchsichtig und horrend teuer.
In Europa kommt das eigene Handy in der Regel billiger. Aus den USA aber kostet die mobile Minute 1,40 Euro oder mehr. Telefonische Dienstanweisungen aus Übersee lassen sich kostengünstig vom Hotelapparat über eine Calling Card absetzen. Deren kostenfreie Zugangsnummer belastet die Hotelrechnung nicht. Landesspezifische Hinweise gibt www.tariftip.de unter der Rubrik "Calling Cards". Wer viel telefoniert, verbringt allerdings den halben Tag damit, die lästigen, vielstelligen Codenummern einzugeben.
Eigentlich braucht man das Hotelgerät gar nicht, solange Internet-Telefonie auf dem mitgebrachten Laptop installiert ist. Die Headsets des Kopfhörer-Spezialisten Sennheiser kassieren regelmäßig gute Noten für Klang und Tragekomfort. Der Service von www.skyte.com sind konkurrenzlos billig, gut und zuverlässig. Ob alles funktioniert, sollte man vor Abreise testen.
Das größte Hindernis zum sorgenlosen Internetgeplauder stellen die Hotels auf. So bedeuten "PC-" oder "Internet-Anschluss" in der Regel schlicht, dass eine Modem-Buchse in der Wand steckt. Hinter dem Begriff "Online-Zugang" verbergen sich oft gar internetfähige Fernseher - ein nettes Spielzeug, aber kaum mehr.
Erst wenn von "Highspeed-Internet" die Rede ist, kann man davon ausgehen einen schnellen Netz-Zugang auf DSL-Niveau zu finden. Der Anschluss erfolgt per Netzwerk-Kabel. Davon sollte man immer ein paar Meter in Koffer haben, denn nur selten hält die Rezeption passende Strippen bereit.
Komfortabler, weil kabellos, ist ein WLAN, womit auch viele Hotels werben. Das Hamburger Steigenberger Hotel etwa legt diesen Standard vor, der üblicherweise pauschal mit 20 bis 60 Euro berechnet wird. Doch häufig unterschlägt die Werbung, dass nicht alle Zimmer über drahtloses Internet verfügen. Viele Hotels überziehen nur Konferenzräume, Tagungs-Säle und Lounges mit dem unsichtbaren Netzwerk und laden ihre Gäste damit ein, in der Empfangshalle die Quartalszahlen aufzubereiten. Ob auf dem Zimmer oder im Konferenzsaal: Unbedingt vergewissern, dass das WLAN Daten per WEP oder WPA verschlüsselt. Ansonsten könnte der Herr im Nachbarzimmer den vertraulichen Datenfunk abhören.
Mit WLAN auf dem Zimmer kann man an der Firmen-Videokonferenz teilnehmen. Zu empfehlen ist die Logitech QuickCam for Notebooks Pro. Einige Laptops haben die Kamera gleich integriert, wie das Sony Vaio PCG-TR5MP.
Hochwertige Laserdrucker sind in Hotels so rar wie gute Matratzen. Und selbst wenn im Business-Center einer steht, ist selten der passende Treiber zur Hand. Zudem sind Firmen-Notebooks oft gegen Installationen durch Anwender gesperrt.
Eine Lösung für dieses Problem hat die US-Firma Efi mit PrintMe erfunden: eine kleine Box, die man an einen beliebigen Drucker anschließt. Sie empfängt Druckbefehle direkt aus dem Internet. Das Prinzip ist einfach: Man lädt die zu druckende Datei auf der Website www.printme.com hoch und erhält dabei eine Code-Nummer. Nach deren Eingabe am Drucker flutscht wenig später das Dokument aus dem Ausgabeschacht. Obwohl mit der Installation sogar vollkommen computerphobe Portiers klarkommen sollen, haben bisher nur wenige Hotels die neue Technologie in ihre Drucker eingebaut, wie etwa das Hyatt Regency San Francisco Airport Hotel.
So bleibt in der Not nur, einen mobilen Drucker einzupacken. Die sind mit hochwertigen Ausdrucken für wichtige Verträge zwar überfordert. Für Tischvorlagen und Abstracts aber sind der Canon I-80 oder der HP Deskjet 450 geeignet. Zu empfehlen sind die Bluetooth-Ausführungen, die keine Kabel zum Notebook-Anschluss brauchen. Das spart Platz im Koffer für das Erste-Hilfe-Kit, bestehend aus Telefonadapter, Schraubenzieher und Zange.
Die Instrumente sind überlebensnotwendig, wenn das Telefon im Hotel fest verdrahtet und keine Modembuchse auszumachen ist. Zudem sind nicht alle Modemanschlüsse gleich. Oft findet man an Stelle der hierzulande üblichen TAE-Buchse den aus den USA stammenden Western-Anschluss vor.
Wo kein Modemanschluss vorgesehen ist, muss man sich mit der Telefondose behelfen. Also gehört neben dem normalen TAE-N-Stecker auch ein TAE-F-Stecker ins Notgepäck. Manche Länder haben Spezialbuchsen. Da helfen Adapter, die in Fachhandel und Duty-Free-Shops erhältlich sind. Im Prinzip reicht also "Zimmer mit Buchse". Wenn dafür ein Jacuzzi im Bad sprudelt.