Die Hochschule Yale hat rund 9 Mrd. $ ihres Vermögens mit riskanten Derivaten verzockt
Die Hochschulen haben sich verzockt, haben auf Hedge-Fonds und riskante Derivate gesetzt. Harvard hat so im Vorjahr 11 Mrd. $ verloren, Yale rund 9 Mrd. $ - ein Drittel ihres Vermögens.
Ein Schock für die Eliteunis. Viele Jahre ließ sich Yales Chefanleger David Swensen für seine revolutionäre Anlagestrategie feiern, die zum Modell wurde für Unis in der ganzen Welt. Swensen hatte eine Idee seines Ziehvaters James Tobin umgesetzt. Tobin hatte 1981 für seine Portfoliotheorie den Nobelpreis bekommen, die besagt, dass man mit schwer handelbaren Anlageklassen höhere und sicherere Erträge erzielen kann als allein mit Aktien und Anleihen. Auf Swensens Bedarf heruntergebrochen bedeutete dies: Stiftungen, die ja langfristig planen und keine unerwarteten Mittelabflüsse haben, sollten weniger in Aktien und Anleihen investieren, sondern mehr in alternative Geldanlagen. So nahm Swensen neben Hedge-Fonds auch Direktinvestments ins Yale-Portfolio auf, investierte in Öl, Gas und Immobilien, finanzierte Technikfirmen wie Cisco, Yahoo und Amazon, kaufte Wälder in Maine und Idaho, beteiligte sich an der Privatisierung russischer Unternehmen und gab chinesischen Gründern Startkapital. Zehn Jahre lang, bis ins vergangene Jahr erzielte er eine Rendite von 16 Prozent, der Durchschnitt aller Unis erreichte gerade die Hälfte.