Forschung an der TU Darmstadt
Der Weg zum Hörsaal ist ein Hindernislauf. Unter Baugerüsten balancieren die Studenten an Absperrgittern entlang, müssen aufpassen, nicht über die Maurerkelle zu stolpern. An der Technischen Universität Darmstadt (TUD) nimmt man den Umbau des deutschen Hochschulsystems gerade wörtlich. Das Gelände ist eine einzige Baustelle.
Überall Stahlträger, Gerüste, Bagger, Kräne. Das Universitätszentrum wird umgestaltet, die Bibliothek dahinter neu gebaut, daneben ein Hotel hochgezogen. Und das Wissenschafts- und Kongresszentrum gegenüber feiert bereits Richtfest. 468 Mio. Euro investiert die TUD in ihre Baumaßnahmen.
Sie darf über solche Summen nur deshalb frei verfügen, weil sie seit Anfang 2005 autonome Modelluni des Landes Hessen ist - ausgestattet mit einem eigenen Gesetz, das ihr so viel Selbstständigkeit ermöglicht wie sonst keiner staatlichen Hochschule in Deutschland. Die TUD darf handeln wie ein Unternehmen. Und sie tut es auch: Sie ist eigenverantwortlich für ihr Budget, darf Personal einstellen und entlassen, Gehälter verhandeln, Studenten auswählen, Studiengänge einführen oder streichen, Tochterbetriebe gründen. Und eben Gebäude bauen, kaufen oder verkaufen.