"Die Globalisierung ist ein permanenter Verdrängungswettbewerb, Anarchie total", sagt Fravalo. Und nennt Beispiele: Die Hackerangriffe chinesischer Unternehmen auf die Computer ihrer europäischen Wettbewerber. Die Spionageaktivitäten der Russen, die Agenten in westliche Firmen einschleusen. Die
Airbus -Krise mit dem monatelangen Gerangel zwischen Deutschland und Frankreich um Standortschließungen und die Konzernspitze. Der Verkaufseinbruch von
Philip Morris im Irak, als dort das falsche Gerücht verbreitet wurde, der Tabakkonzern drehe seine Zigaretten für die arabische Welt in Israel. Oder die Attacken von Firmenjägern wie Guy Wyser-Pratte.
Der Finanzinvestor, der bei
TUI einstieg und seither die Aufspaltung des Konzerns betreibt, orientiert sich nach eigenen Worten an der Gefechtstaktik der US Marines: "Unser Anschleichen soll niemand merken. Dann haben wir das Überraschungsmoment auf unserer Seite."
Schule für Wirtschaftskrieg. Allein der Name ist eine Provokation. Und der Direktor legt nach. "Machen wir uns nichts vor: Die Globalisierung verläuft nicht einvernehmlich und schön", sagt Christian Harbulot. "Solange es keine weltweit anerkannte Autorität gibt, die faire Wettbewerbsregeln für alle aufstellt, werden Firmen und Staaten Wirtschaftskriege gegeneinander führen."