Die Bochumer Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Betrugsverdachts gegen ehemalige Verantwortliche der angeschlagenen Privatuniversität Witten/Herdecke. Es werde geprüft, ob bezüglich der Finanzkraft der Hochschule falsche Angaben gemacht worden seien, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Der Ausgang der Ermittlungen sei aber noch völlig offen.
Die Landesregierung hatte der Privatuni im Dezember vergangenen Jahres überraschend den Geldhahn zugedreht. Der Düsseldorfer Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart hatte der Uni vorgehalten, die rechtlichen Voraussetzungen für die Beihilfen in Millionenhöhe nicht zu erfüllen. Präsident Birger Priddat wies die Vorwürfe zurück, trat aber von seinen Ämtern als Präsident der Hochschule und Geschäftsführer der Private Universität Witten/Herdecke GmbH zurück.
Erst nach einer wochenlangen Zitterpartie einigten sich die Landesregierung und private Förderer Ende Januar auf ein neues Finanzierungskonzept für die rund 1200 Studierenden.
Den "Ruhr Nachrichten" zufolge hatte das Innovationsministerium der Staatsanwaltschaft bereits Mitte Januar Unterlagen mit der Bitte um Prüfung zugeleitet. "Dabei sind noch Fragen offen geblieben, die wir nur in einem Ermittlungsverfahren vernünftig klären können", sagte der Sprecher.