Wie das "Hamburger Abendblatt" berichtet, ist in dem Schreiben von "gravierenden Missständen an dieser Universität" die Rede sein. Die Hochschule soll sich unter ihrer Leitung zu einer "autoritär geführten Einrichtung" entwickelt haben. Der Aufruf zum Sturz richtet sich an den Hochschulrat. Das zur Hälfte mit externen Mitgliedern besetzte Gremium ist für die Ernennung und Absetzung der Hochschulleitung zuständig.
Mit der Unterschriftenaktion spitzt sich die Krise an der Spitze der Universität weiter zu. Bereits Anfang Mai wählte die geisteswissenschaftliche Fakultät den Theologen Hans-Martin Gutmann zum neuen Dekan. Doch Auweter-Kurtz weigerte sich Gutmann als neuen Dekan anzuerkennen. Er steht dem Präsidium kritisch gegenüber. Daraufhin verließen vier von zehn Professoren des Fachbereichs und drei ihrer Stellvertreter den Akademischen Senat. In den Streit haben sich nun auch drei ehemalige Vizepräsidenten der Uni eingeschaltet. Sie kritisieren ebenfalls Auweter-Kurtz' Führungsstil.
Die Ingenieurin und Raketen-Forscherin Auweter-Kurtz kam vor zweieinhalb Jahren auf Empfehlung des früheren Präsidenten der Hochschulrektorenkonferenz, Klaus Landfried, ins Amt. Sie war von Anfang an umstritten und gilt vielen in der Uni als Fehlbesetzung. Was vor allem an ihrem durchsetzungsstarken Führungsstil liegt. Aber auch an den nach wie vor starken Beharrungskräften der von Gremien durchsetzten Hochschule.
Die Uni Hamburg schneidet bei Rankings seit Jahren durchweg schlecht ab. Auch bei der Exzellenzinitiative von Bund und Ländern war die Uni bislang nicht sonderlich erfolgreich. Auweter-Kurtz will das ändern. Ebenso steht sie für einen kompletten Neubau der stark sanierungsbedürftigen Uni auf dem Gelände der Hamburger Hafencity. Dieser Plan wird nicht von allen Professoren mitgetragen.
Auweter-Kurtz selbst äußerte sich im "Hamburger Abendblatt" betroffen: "Ich habe davon gehört und finde es sehr bedauerlich. Es ist schade, dass niemand vorher das Gespräch mit dem Präsidium gesucht hat."