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  FTD-Serie: Die Nobelpreise des Jahres 2008

Sekt und Blitzlichtgewitter für wenige, enttäuschte Hoffnungen für viele: In diesen Tagen gibt die Nobel-Stiftung bekannt, wer 2008 die Nobelpreise für Medizin (6.10.), Physik (7.10.), Chemie (8.10.), Literatur (9.10.), Frieden (10.10.) und Wirtschaft (13.10.) erhält.

Merken   Drucken   07.10.2008, 17:37 Schriftgröße: AAA

Besseres Naturverständnis: Zwei Japaner und ein US-Amerikaner erhalten Physik-Nobelpreis

Der Physik-Nobelpreis 2008 geht für fundamentale Erkenntnisse in der Teilchenphysik in die USA und nach Japan. Die Erkenntnisse der Forscher erklären, warum es mindestens drei Familien von Elementarteilchen gibt.
Porträts der Nobelpreisträger für Physik: Yoichiro Nambu (v. ...   Porträts der Nobelpreisträger für Physik: Yoichiro Nambu (v. l.), Makoto Kobayashi und Toshihide Maskawa
Der Nobelpreis für Physik geht an den US-Forscher Yoichiro Nambu und seine japanischen Kollegen Makoto Kobayashi und Toshihide Maskawa. Sie erhalten die höchste Auszeichnung in der Physik für fundamentale Erkenntnisse in der Teilchenlehre, die das Verständnis der Natur entscheidend verbessert haben, teilte die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften am Dienstag in Stockholm mit.
Die Arbeit der Forscher liefere "grundlegende Konzepte des physikalischen Weltbildes", sagte Prof. Wolfgang Hollik, Direktor am Max-Planck-Institut für Physik in München. Die Vergabe sei berechtigt, teilte Hollik mit. Die "mathematisch eleganten" Ergebnisse der Forscher seien heute Lehrbuchwissen. Nambu (87) arbeitet an der Universität von Chicago, Kobayashi (64) bei der japanischen Gesellschaft für die Förderung der Wissenschaften in Tokio, und Maskawa (68) an der Universität von Kyoto.
Wo ist die Antimaterie hin? Die neuen Nobelpreisträger haben sich seit mehr als 30 Jahren mit dem Konzept der spontanen Symmetriebrechung befasst. Solche Vorgänge werden unter anderem herangezogen, um die Existenz der Materie zu erklären, die keinesfalls selbstverständlich ist. Nach Ansicht der Forscher entstanden beim Urknall vor rund 14 Milliarden Jahren etwa gleiche Mengen von Materie und Antimaterie.
Heute lassen sich im Universum keine signifikanten Mengen von Antimaterie nachweisen, wohl aber große Mengen Materie - Galaxien, Sterne, Planeten, Menschen, Wäscheklammern. Es drängt sich die Frage auf, wo die Antimaterie geblieben ist. Eine mögliche Erklärung könnten feine und unerwartete Unterschiede in den Eigenschaften von Materie und Antimaterie sein. Offenbar ist die Symmetrie von Materie und Antimaterie "verletzt". Physiker sprechen von der "CP violation" (charge parity violation). Die Ursache ist bis heute nicht gefunden, Aufschluss könnten neue Experimente des Teilchenbeschleunigers LHC am Teilchenforschungszentrum Cern geben.
Forscher sagten Existenz einer dritten Quark-Familie voraus Die Forscher schufen mit ihren Ideen und Formeln ein genaueres Bild von Symmetriebrüchen. Kobayashi und Maskawa sagten dafür unter anderem die Existenz einer dritten Familie von Quarks voraus - und behielten recht. Nambus Arbeit hilft dabei, die grundlegenden Kräfte der Natur und die kleinsten Bausteine der Materie im Standardmodell zu vereinen. Am Mittwoch werden die Träger des Chemie-Nobelpreises benannt. Die Auszeichnungen sind mit umgerechnet einer Million Euro dotiert. Die feierliche Überreichung aller Preise erfolgt traditionsgemäß am 10. Dezember, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel.
Am Montag war dem Heidelberger Krebsforscher Harald zur Hausen der diesjährige Medizin-Nobelpreis für seine Entdeckung zuerkannt worden. Er fand heraus, dass Viren den gefährlichen Gebärmutterhalskrebs auslösen können. Der Wissenschaftler teilt sich die Auszeichnung mit den Franzosen Luc Montagnier und Françoise Barré-Sinoussi, die das Aidsvirus entdeckten.
  • dpa, 07.10.2008
    © 2008 Financial Times Deutschland,
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