Die Klimaforscher sind sich weitgehend einig: Die Erderwärmung ist nicht mehr aufzuhalten, die Folgen schon heute sichtbar. Deshalb ist klar: Das Geschäft mit dem Klimawandel wird der nächste große Markt. Kann Deutschland seine führende Position bei erneuerbaren Energien und Umwelttechnik behalten oder sogar ausbauen? Was Politik und Wirtschaft in Sachen Klimawandel tun, lesen Sie in dieser Serie der FTD.
Am Montag ist in Nairobi die Uno-Klimakonferenz gestartet. Sie wird vor allem über die Nachfolge des Kyoto-Protokolls beraten. Denn die Folgen des Klimawandels sind schon heute absehbar: Exotische Fische tummeln sich vor der englischen Küste, und Falter aus südlichen Gefilden flattern über die Alpen. von Sandra Burmeier
Der Dornfinger ist eine in Mitteleuropa heimische, nachtaktive Webspinne. Charakteristisches Merkmal der etwa 1,5 Zentimeter großen Tiere ist der rötlich gefärbte Kopf. Dornfinger spinnen zwischen Grashalmen eine etwa taubeneigroße, nach unten offene Gespinstglocke, in der sie ihre Eier ablegen. Dieser Kokon wird vom Weibchen bewacht und verteidigt – notfalls auch mit Bissen.
Der Dornfinger ist die einzige auch für den Menschen gefährliche Giftspinne Mitteleuropas, denn seine Klauen können im Gegensatz zu denen anderer Arten die menschliche Haut durchdringen. Der Biss ist recht schmerzhaft und kann bei empfindlichen Menschen zu Lähmungserscheinungen und Schüttelfrost führen.
Bis in die 60er Jahre wurde der Dornfinger nicht nördlich des Mains gefunden. In den letzten Jahrzehnten hat er sein Areal jedoch nach Norden hin erweitert, und bereits in den 90er Jahren wurden erste Funde aus Berlin gemeldet. Ursache dieser deutlichen Ausbreitung sind vermutlich die Folgen der Erderwärmung, da das zunehmend trockene und warme Klima die an solche Bedingungen besonders angepasste Art begünstigt.