Bildung wird weltweit zum nachgefragten Rohstoff. Immer mehr deutsche Hochschulen, Berufsschulen und Trainer wollen auf dem Markt mitmischen. In vielen Ländern sind Ausbildung und Studiengänge "made in Germany" begehrt.
Den Sprung ins Ausland wollte der Berufsbildungs-Anbieter Christiani nur mit einem Partner wagen. Ein Joint Venture soll nun Trainingszentren in ganz Indien eröffnen. von Antonia Götsch (Hamburg)
In Indien werden Geschäfte im Auto besprochen. "Man steht ständig im Stau und muss die Zeit nutzen", sagt Peter Planka, Exportleiter bei Christiani, einem der bekanntesten deutschen Anbieter für berufliche Aus- und Weiterbildung. "Doch sonst läuft vieles wie in Deutschland - das Netzwerk zählt."
Im Juni hat Christiani ein Trainingszentrum für Mechatronik und Automatisierungstechnik in Indien eröffnet, als Joint Venture mit einer lokalen Technologiefirma. "Die Inder wollten in den Weiterbildungsmarkt einsteigen und haben einen Partner mit Erfahrung gesucht", sagt Planka. Siemens kannte beide Seiten und brachte sie an einen Tisch.
Das Trainingszentrum in Navi Mumbai ist der erste Standort im Ausland, an dem Christiani Weiterbildungskurse anbietet. "Wir wollen damit auch unsere Produkte auf den indischen Markt bringen", sagt Planka. Die acht Mitarbeiter in Navi Mumbai kümmern sich nicht nur um die Rekrutierung von Studenten - sie vertreiben auch Produkte von Christiani: Fernlehrgänge, Arbeitsblätter, Bücher und Werkzeuge für Lehrlinge. Investitionen und Gewinne werden zu gleichen Teilen zwischen den Partnern aufgeteilt. "Ende nächstes Jahres erwarten wir einen Umsatz bis zu 400.000 Euro" , sagt Planka. Langfristig rechnet er mit 1 Mio. Euro jährlich. "Wir wollen es nicht bei einem Trainingscenter belassen." Christiani plant mit seinem Partner Weiterbildungsstätten in ganz Indien zu eröffnen. "Die deutsche Ausbildung und deutsche Produkte haben einen sehr hohen Stellenwert hier", sagt Planka. "Optimale Voraussetzungen für eine erfolgreiche Positionierung im Markt."
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