Ohne Ines Wolfslast hätte es die Deutsch-Kasachische Universität (DKU) wohl nie gegeben. Die ehemalige Lektorin des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) in Kasachstan diskutierte eines Abends mit Kollegen am Küchentisch über die, wie sie sagt, "katastrophalen Zustände" an den Hochschulen des Landes.
An jeder Ecke sprossen private Hochschulen aus der Erde, die teuer waren und wenig Gegenleistung boten. Niemand überprüfte die Qualität der Lehre. Diesem Trend sollte an Wolfslast Küchentisch etwas entgegengesetzt werden. Am besten eine Uni nach deutschen Standards.
So beschloss die Gruppe um Wolfslast, das deutsche Studiensystem nach Kasachstan zu exportieren. Sie kratzten privates Kapital zusammen, kämpften um eine Lizenz für die DKU, überzeugten Studenten und deutsche Unternehmen in der Region, die Stipendien geben sollten.
Die Anfänge waren hart: Die kasachische Bürokratie verzögerte Anträge und auch aus Deutschland kam zunächst keine Unterstützung. Das hat sich mittlerweile geändert. Die deutsche Regierung und der DAAD fördern das Projekt in der Stadt Almaty mit jährlich 3,5 Mio. Euro. Darüber hinaus überließ Kasachstan den Gründern ein Schulgebäude, das mietfrei genutzt werden kann.
2600 Euro müssen die 350 Studenten der DKU pro Studienjahr zahlen. Ein durchaus angemessener Preis in der kasachischen Hochschullandschaft. "Die Nachfrage ist groß", sagt Rektor Matthias Kramer. Dies liege vor allem an den fünf Doppelabschlüssen, die in Kooperation mit deutschen Partnerhochschulen, wie der FH Mittweida, angeboten werden.
An der DKU werden Studiengänge der Ingenieurs-, Wirtschafts- und der Sozialwissenschaften angeboten.