"Die Führung einer thailändischen Hochschule ist eine Herausforderung", sagt Rolf Jansen, deutscher Direktor der Thai-German Graduate School of Engineering (TGGS). Vor sieben Jahren exportierte die RWTH Aachen drei Masterkurse nach Bangkok, mittlerweile gibt es acht. Die TGGS hat 16.000 Quadratmeter bezogen und 30 Mitarbeiter eingestellt, 50 Stellen werden noch besetzt.
Aus einer kleinen Kooperation ist eine Hochschule geworden. Die TGGS soll wie ihr deutsches Vorbild praxisnah forschen und sich zum Teil über Drittmittel finanzieren. "Es ist eine Knochenarbeit, dieses Modell hier zu etablieren", sagt Jansen. Er hat die Ausgründung von Anfang an begleitet, pendelt zwischen Aachen und Bangkok. "Thailändische Akademiker sind gewohnt, dass Geld aus Forschungsprojekten in ihre Tasche fließt." Controlling spiele "eine ganz wichtige Rolle."
Doch das Engagement lohnt sich, betont Jansen. Die Thailänder, die rund 12 Mio. Euro für Gebäude, Betrieb und Personal investieren, wollen eine Spitzenuni aufbauen. Die RWTH "schafft sich eine Plattform für Drittmittelprojekte" in Südostasien, knüpft Netzwerke zur Industrie und lockt gute Studenten nach Aachen.
Von der Deutschen Forschungsgemeinschaft fließen 2 Mio. Euro in das Projekt, 1 Mio. Euro kam vom Land NRW, 2,5 Mio. Euro von der Uni, die weiteren Mittel muessen als Drittmittel eingeworben werden. "Das Geld wird sich verzinsen", ist Jansen sicher. Die ersten Forschungskooperationen laufen, auch die Regierung hat große Aufträge in Aussicht gestellt. "Und schließen können sie uns auch nicht mehr." Seit zwei Jahren trägt die TGGS den Namen der thailändischen Prinzessin - Ritterschlag und Rückversicherung. "Die Königsfamilie darf nicht mit Negativem verbunden werden."