Bildung wird weltweit zum nachgefragten Rohstoff. Immer mehr deutsche Hochschulen, Berufsschulen und Trainer wollen auf dem Markt mitmischen. In vielen Ländern sind Ausbildung und Studiengänge "made in Germany" begehrt.
Bildungsexport:Trinksprüche in Moskau, Studium in Ilmenau
Die TU Ilmenau und das Moskauer Energetische Institut haben zusammen eine Fakultät gegründet. Die besten russischen Bachelor-Studenten können hier einen Doppel-Master machen. von Carina Kamps
Trotz einer Distanz von fast 2000 Kilometer gibt es offenbar keine kulturellen Differenzen zwischen den Mitarbeitern der Technischen Universität (TU) Ilmenau und dem Moskauer Energetischen Institut (MEI). Die Gespräche enden immer: "Mit Wodka, Trinksprüchen und ausgezeichnetem Essen", sagt Klaus-Dieter Fritz, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU.
Er betreut die German Engineering Faculty, die das Moskauer Institut und die TU vor zehn Jahren gegründet haben. Der DAAD finanziert das Projekt jährlich mit bis zu 100.000 Euro.
Nach dem Bachelorabschluss in Moskau kommen die besten Studenten für ein Masterstudium nach Ilmenau: 100 Studenten sind dieses Jahr in Russland eingeschrieben, aber nur zehn von ihnen dürfen in Deutschland den Master machen: "Das sind alles ausgezeichnete Studenten", sagt Fritz.
Nach einem weiteren Jahr in Moskau erlangen sie den deutsch-russischen Doppelabschluss. Fritz würde die Absolventen gerne in Ilmenau halten, seine Uni profitiert von deren Know-how. Aber bis auf wenige Ausnahmen bleiben sie in Russland: "Nach dem Studium haben sie dort deutlich bessere Berufsaussichten."
Wie sorgt man dafür, dass ein Unternehmen innovativ bleibt? Wie viel Bauchgefühl ist bei der Auswahl von neuen Mitarbeitern erlaubt? Antworten auf solche Fragen bietet künftig das neue Wissenskompendium impulse Wissen.
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