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Merken   Drucken   21.11.2007, 12:12 Schriftgröße: AAA

Bildungsmonitor 2007: Analyse der Sieger und Verlierer

Sachsen ist Spitze bei der Bildung. Die Gewinner des Bildungsmonitors freuen sich, die Verlierer suchen nach Gründen für das schlechte Abschneiden. Ein Überblick über die ersten Reaktionen aus den Ländern und Details der Studie. von Martin Kahl
Bayern will sich so leicht nicht geschlagen geben und seinen Ruf als Vorreiter in Sachen Bildung wieder herstellen. Als erstes Land kündigte der Freistaat Konsequenzen aus den Ergebnissen des Bildungsmonitors 2007 an, einem Länderanking des Instituts der Deutschen Wirtschaft Köln. Mit über 100 Indikatoren hatten die Ökonomen gemessen, inwiefern das Bildungssystem eines Landes einen Beitrag zu mehr Wirtschaftswachstum leistet, vom Kindergarten bis zur Hochschule.
Bayern rutschte gegenüber dem Vorjahr um einen Platz ab und liegt jetzt auf Platz 4 hinter Thüringen. Darauf wolle man mit dem Ausbau der Ingenieur- und Naturwissenschaften reagieren, sagte Bayerns Wissenschaftsminister Thomas Goppel (CDU). Der Freistaat habe gegen den Bundestrend in den vergangenen zehn Jahren die Professuren in den Ingenieurwissenschaften an den Universitäten um 8,7 Prozent und an den Fachhochschulen um 14,3 Prozent ausgebaut. Diesen Weg werde Bayern konsequent fortsetzen, kündigte Goppel an. Der Bayerische Lehrerverband sieht den Grund für das schlechtere Abschneiden im "ständigen Aus-, Um- und Einsortieren" an den Schulen, wie Präsident Klaus Wenzel sagte. Zudem würden sich "bayerische Bildungspolitiker selbstzufrieden mit den erreichten Ergebnissen begnügen".
Zufriedene Sachsen und Baden-Württemberger
Auch im sächsischen Kultusministerium will man sich nicht auf den Loorbeeren ausruhen, trotz Platz 1 im Bildungsranking. "Wir können zufrieden sein", sagte der sächsische Kultusminister Steffen Flath (CDU), warnte aber vor Euphorie. Es müsse beharrlich daran weitergearbeitet werden, den Bildungsstandort Sachsen zukunftsfähig zu gestalten. Das gute Ergebnis sei vor allem ein Verdienst der Lehrer. Auch Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) dankte den Pädagogen. Dass der Freistaat seit der ersten Bildungsmonitor-Studie vor drei Jahren im Ländervergleich die größten Verbesserungen aufweise, zeige die "besondere sächsische Dynamik".
Ergebnis der Bundesländer im Bildungsmonitor   Ergebnis der Bundesländer im Bildungsmonitor
Die Baden-Württemberger feierten ihren 2. Platz schon deutlicher. Das Ergebnis des Bildungsmonitors sei ein "sehr gutes Zeugnis für den Bildungsstandort Baden-Württemberg" sagt Kultusminister Helmut Rau (CDU). Die hohen Investitionen in Bildung hätten dafür gesorgt, dass die Zahl der Schulabbrecher im Südwesten am niedrigsten sei. "Dass wir die Bayern seit dem letzten Bildungsmonitor überholen konnten, stellt die Dynamik der Schulentwicklung in unserem Land unter Beweis", sagt Rau.

Tops und Flops im Überblick
In Rheinland-Pfalz, das einen unterdurchschnittlichen 9. Platz im Bildungmonitor belegt, zweifelt man dagegen an der Stichhaltigkeit der Ergebnisse. "Die Aussagekraft von schlicht addierten statistischen Daten und Platzziffern als Gradmesser für die Bildungsqualität eines Landes ist mehr als fragwürdig", sagt Michael Ebling (SPD), rheinland-pfälzischer Staatssekretär im Bildungsministerium. Die Landesregierung orientiere sich deshalb nicht an fragwürdigen Rankings, sondern setze auf kontinuierliche Qualitätsentwicklung in den Schulen.
Obwohl die Experten dem deutsche Bildungssystem durchgehend bessere Noten im Vergleich zu den Vorjahren ausstellten, kritisiert Michael Müller, Wirtschaftssenator des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft, insbesondere die Hochschulen. "Wir rümpfen die Nase über den elitären Ansatz in den USA, wo angeblich nur die Reichen eine Aufstiegschance besitzen. Das Gegenteil ist aber der Fall." Universitäten wie Harvard oder Stanford würden ihre Studenten mit Darlehen, subventionierten Nebenjobs und Stipendien unterstützen, während dies hierzulande viel zu wenig geschehe.
  • FTD.de, 21.11.2007
    © 2007 Financial Times Deutschland,
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