Bayern will sich so leicht nicht geschlagen geben und seinen Ruf als Vorreiter in Sachen Bildung wieder herstellen. Als erstes Land kündigte der Freistaat Konsequenzen aus den Ergebnissen des Bildungsmonitors 2007 an, einem Länderanking des Instituts der Deutschen Wirtschaft Köln. Mit über 100 Indikatoren hatten die Ökonomen gemessen, inwiefern das Bildungssystem eines Landes einen Beitrag zu mehr Wirtschaftswachstum leistet, vom Kindergarten bis zur Hochschule.
Bayern rutschte gegenüber dem Vorjahr um einen Platz ab und liegt jetzt auf Platz 4 hinter Thüringen. Darauf wolle man mit dem Ausbau der Ingenieur- und Naturwissenschaften reagieren, sagte Bayerns Wissenschaftsminister Thomas Goppel (CDU). Der Freistaat habe gegen den Bundestrend in den vergangenen zehn Jahren die Professuren in den Ingenieurwissenschaften an den Universitäten um 8,7 Prozent und an den Fachhochschulen um 14,3 Prozent ausgebaut. Diesen Weg werde Bayern konsequent fortsetzen, kündigte Goppel an. Der Bayerische Lehrerverband sieht den Grund für das schlechtere Abschneiden im "ständigen Aus-, Um- und Einsortieren" an den Schulen, wie Präsident Klaus Wenzel sagte. Zudem würden sich "bayerische Bildungspolitiker selbstzufrieden mit den erreichten Ergebnissen begnügen".
Zufriedene Sachsen und Baden-Württemberger
Auch im sächsischen Kultusministerium will man sich nicht auf den Loorbeeren ausruhen, trotz Platz 1 im Bildungsranking. "Wir können zufrieden sein", sagte der sächsische Kultusminister Steffen Flath (CDU), warnte aber vor Euphorie. Es müsse beharrlich daran weitergearbeitet werden, den Bildungsstandort Sachsen zukunftsfähig zu gestalten. Das gute Ergebnis sei vor allem ein Verdienst der Lehrer. Auch Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) dankte den Pädagogen. Dass der Freistaat seit der ersten Bildungsmonitor-Studie vor drei Jahren im Ländervergleich die größten Verbesserungen aufweise, zeige die "besondere sächsische Dynamik".