Hinter dem Rücken von Droege hat die Wittener Führungsspitze ein Träger-Konstrukt gebastelt, das nur einem Zweck dient: Den verhassten Investor loszuwerden. Im Zuge einer Kapitalerhöhung gründete sie die Gesellschaft "Allianz für Bildung GmbH", die 50 Prozent der Gesellschafteranteile an Witten übernommen hat. "Damit wollten wir verhindern, dass sich Droege eine Mehrheit sichert", sagte Uni-Präsident Birger Priddat der FTD.
Schon seit Monaten ist das Verhältnis zwischen Droege und der Uni zerrütet. Die Beratungs- und Beteiligungsgesellschaft hatte Witten 2007 eine Spende über 12 Mio. Euro zugesagt. Davon sind lediglich 2,6 Mio. Euro geflossen. Über die ausstehenden 9,4 Mio. Euro kam es zum Zerwürfnis. Droege forderte für weitere Zahlungen die Mehrheit der Gesellschafteranteile, Witten wollte den Zugriff unbedingt verhindern.
Die vier Gesellschafter der neuen "Allianz für Bildung" sind allesamt Führungspersonen aus der Hochschule. "Damit kontrollieren sich der Präsident und die Geschäftsführung selbst - das verstößt gegen alle Grundsätze der Corporate Governance", sagte Droege-Partner Steinke. In Witten betont man hingegen, dass es sich lediglich um eine Übergangslösung handele. "Wir brauchen kein Eigentum sondern neue Finanziers", sagte Präsident Priddat. Die Gesellschafteranteile sollen "treuhänderisch verwaltet und an neue Sponsoren übergeben" werden. Rund zehn Partner seien für ein neues Förderkonsortium im Gespräch. Laut einem vertraulichen Papier an das Wissenschaftsministerium könnten Gunter Thielen, Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann Stiftung, und Liz Mohn, Vorsitzende der Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft, an der Spitze stehen.
Seinen Haushalt will Priddat zunächst über Kredite finanzieren. Ein "befreundeter Stifter" habe bereits ein Darlehen über 3 Mio. Euro gewährt. Auch eine Bürgschaft über 10 Mio. Euro, die das Land Land Nordrhein-Westfalen von Witten gefordert hat, kann die Hochschule nach eigenen Angaben aus eigenen Mitteln und neuen Spenden stellen. Mit der Bürgschaft soll sichergestellt werden, dass im Falle einer Insolvenz alle derzeit eingeschriebenen Studenten ihr Studium noch beenden können.