Forscherin und DolmetscherinAnders als bei herkömmlichen Transplantationen sollen dem Patienten nicht bloß vermehrte Knorpelzellen eingespritzt werden. Er erhält stattdessen einen im Labor gezüchteten, fertigen Knorpel, der von Anfang an belastbar ist. Ein Verfahren, an dem weltweit nur drei Forschergruppen arbeiten: eine in Deutschland, eine in Japan und eine in den USA.
Körpereigener Knorpel eignet sich derzeit nur zum Beheben kleiner Schäden. "Für größere Defekte entwickeln wir als Trägermaterial eine Keramik, die sich optimal mit dem Knochen verbindet, und setzen den selbst gezüchteten Knorpel oben drauf", sagt Eisenbarth.
Seit vergangenem Herbst forscht die Saarländerin am Zentrum für Biomechanik an der TU Hamburg-Harburg. Eisenbarth koordiniert die Arbeit von Werkstoffwissenschaftlern, Biomechanikern, Zellbiologen und Biotechnologen. "Die Arbeit mit Biomaterialien muss interdisziplinär sein", sagt Eisenbarth. Weil aber Mediziner, Biologen, Physiker und Ingenieure verschiedene Sprachen sprechen, übernimmt die Forscherin die Rolle der Dolmetscherin.