Frank Kirchner, Roboter-Experte
Akribische ArbeiterViele Forscher berichteten den FTD-Autoren davon, wie sie die Begeisterung für ihr Forschungsthema regelrecht vorantreibt. Nach Feierabend einfach mal abschalten? Für viele Spitzenforscher völlig undenkbar. Eigentlich, so sagt der Bremer Roboter-Experte Frank Kirchner, denkt er immer über sein Fachgebiet nach. "Sieben Tage, 24 Stunden."
Was die Wissenschaftler über ihre kreativsten Phasen erzählten, spricht für sich. Ihre besten Einfälle haben die Forscher nicht bei der täglichen Arbeit im Labor, sondern bei anderen Gelegenheiten: auf ausgedehnten Spaziergängen, beim gemütlichen abendlichen Zusammensitzen oder auch mal mitten in der Nacht im Bett. Immer und überall im Dienst. Forschung ist nun mal mehr als ein Beruf, sie ist Berufung.
Ein weiteres Erfolgsgeheimnis: Die Top-Leute geben sich nicht so leicht mit einem Ergebnis zufrieden. "Die Wissenschaftler legen immer noch einen drauf", sagt Franz Miller, Pressechef der Fraunhofer-Gesellschaft. Immer weiter denken lautet die Devise. Darin sind sie Führungskräften in der Wirtschaft ähnlich - mit dem Unterschied, dass es Forschern um Erkenntnisse, Konzernlenkern dagegen um Umsatz- und Gewinnzahlen geht.
Trotz ihres enormen Ehrgeizes in der Sache ist Wissenschaftlern klassisches Karrieredenken fremd. "Forscher dürfen keinerlei Hierarchiedenken mitbringen", sagt DFG-Sprecherin Streier. "Die Sache muss im Vordergrund stehen." Auch ein Doktorand müsse mit seinen Ideen beim Professor landen können.