Indische Bauern bei der Feldarbeit
Das Team des International Rice Genome Sequencing Project (IRGSP) sequenzierte 95 Prozent des Erbguts, darunter nahezu alle DNA-Bausteine der Reispflanze, die Gene bilden. Die Forscher stellten ihre Arbeit im Fachmagazin "Nature" (Band 436, Seite 793) vor. Nach ihren Angaben besteht das Genom aus mehr als 37.500 Genen mit etwa 389 Millionen chemischen DNA-Bausteinen. Damit habe Reis etwas mehr Gene als der Mensch.
Zuvor hatte es bereits mehrere Sequenzentwürfe gegeben, die einen ersten Einblick in das Reisgenom boten. Weniger detaillierte Entwürfe hatten Forscherteams bereits im Jahr 2002 präsentiert. Zudem hatten die großen Biotechnikfirmen Syngenta und Monsanto umfassende Genomsequenzen erstellt. Die von IRGSP ermittelte Gensequenz ist öffentlich in der Genbank des National Institute of Health zugänglich. Am IRGSP sind unter Federführung Japans neun weitere Länder beteiligt.
Wachsenden Nahrungsbedarf decken
Die neue, viel bessere Auflösung der nun vorgestellten Erbgutsequenz ermögliche es, die Funktion weiterer wichtiger Gene zu identifizieren, schreiben die Forscher. Sie hoffen, die Reisqualität durch ihre Ergebnisse verbessern zu können. Die Erkenntnisse seien ein wichtiger Schritt zur Entwicklung neuer Reissorten, die beispielsweise resistent gegen Schädlinge seien oder einen verbesserten Nährstoffgehalt hätten, sagte Richard McCombie, einer der Leiter des Projekts.
Auf diese Weise soll der wachsende Nahrungsbedarf der Weltbevölkerung gedeckt werden. Für mehr als die Hälfte aller Menschen ist Reis die Grundlage des täglichen Überlebens. Über die nächsten 20 Jahre müsste die weltweite Reisproduktion um voraussichtlich 30 Prozent erhöht werden, um die Ernährung der wachsenden Weltbevölkerung zu gewährleisten.