Gefährliche Schönheiten: Als farbig schimmernde Eisschleier durchlöchern die polaren Stratosphärenwolken die Ozonschicht
Todkrank war sie. Und ist es noch. Doch nun endlich wähnt man die Patientin auf dem Weg der Besserung. Sie erhole sich langsam, aber sicher, heißt es seit einigen Jahren über die Ozonschicht, jenen atmosphärischen Molekülschleier in rund 20 Kilometern Höhe, der das irdische Leben vor der UV-Strahlung der Sonne bewahrt.
Doch es gibt auch einen anderen, weniger beachteten Trend. Und der zeigt: Im Nordpolargebiet, über der Arktis und damit viel näher vor unserer Haustür, wächst das Risiko für starke Ozonverluste im Frühjahr ständig. Experten rechnen damit, dass die Lage für weitere zwei, drei Jahrzehnte kritisch bleibt - oder sich sogar noch zuspitzt.
Diese Einschätzung entspringt der Auswertung einer geballten Menge Messdaten, die Bodenstationen, Ballonsonden und Satelliten in den vergangenen 40 Jahren aus der arktischen Stratosphäre geliefert haben. Über 30 Forscher aus 17 Ländern stellten sie in einer konzertierten Aktion zur Verfügung. Das Ergebnis ist in der Fachzeitschrift "Geophysical Research Letters" nachzulesen.
"Trend zu immer größeren Ozonverlusten"