Die Genkartoffel Amflora darf in Deutschland angebaut werden, der Bt-Mais MON 810 dagegen nicht.
Rund einen Monat nach dem Anbauverbot von Genmais haben Wissenschaft und Landwirtschaft vor einem Ende der Gentechnik-Forschung in Deutschland gewarnt. Die Forschung in der "grünen Gentechnik" sei unverzichtbar, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG), die am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde.
Die Forschungsfreiheit dürfe keinem Wahlkampf zum Opfer fallen, sagte DFG-Präsident Matthias Kleiner. Er sorgt sich nach dem Genmais-Verbot um den Forschungsstandort Deutschland. "Es besteht die Gefahr, dass damit in Deutschland eine wichtige Forschungsrichtung verloren geht", sagte er. Freilandversuche würden immer stärker durch Zerstörungen beeinträchtigt.
Passend zu der seit einigen Monaten schwelenden Debatte um genveränderte Pflanzen ist das Buch der französischen Journalistin Marie-Monique Robin "Mit Gift und Genen" erschienen. Ein spannender Wirtschaftskrimi, der allerdings nicht zu einer vorurteilsfreien Debatte über die Grüne Gentechnik beiträgt. Das Buch beruht auf den Recherchen für den gleichnamigen Film, den der Sender Arte vor einem Jahr ausstrahlte, ist jedoch um ein paar Details erweitert.
Drei Jahre hat die Tochter französischer Bauern sich mit Monsanto beschäftigt, weltweit mit Landwirten, Wissenschaftlern, Behörden und Politikern gesprochen, wissenschaftliche Studien und Dokumente gesichtet und die Firmengeschichte studiert.
In der Tat erschrecken die Zahlen: 90 Prozent aller weltweit angebauten Gen-Pflanzen stammen derzeit schon von Monsanto. Der Agrobiotechnologie-Agentur ISAAA zufolge, die seit 1996 die Anbautrends gentechnisch veränderter Pflanzen weltweit beobachtet, haben Landwirte 2008 in 25 Ländern auf 125 Millionen Hektar gentechnisch veränderte Nutzpflanzen wie Baumwolle, Raps und Mais angebaut.
Damit stieg der Anbau um gut zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. Beim Soja-Anbau liegt der Anteil der genveränderten Pflanzen weltweit schon bei 70 Prozent. Ein mächtiger Markt also, auf dem sich Monsanto Robin zufolge zunehmend Einfluss sichert.
Teil 2: Wer ist der Biotechnologie-Konzern aus St. Louis