Arztbesuch per Internet selbst bezahlenÄrzte und Krankenhäuser, die die Technologie von Doctr.com nutzen möchten, sollen dafür etwa 80 Euro im Monat bezahlen. Sie können die Beratung dann ihren Patienten in Rechnung stellen - allerdings nur, soweit diese privat versichert oder bereit sind, für das Angebot aus eigener Tasche zu zahlen. Zurzeit sieht die Gebührenordnung für Ärzte dafür zwischen 4,66 Euro und 20,11 Euro vor. Wenn die Beratung außerhalb der regulären Sprechstunden oder am Wochenende stattfindet, können noch Zuschläge zwischen 4,08 Euro und 18,65 Euro dazukommen. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten bislang nicht.
Unter den Kliniken, die Doctr.com bereits testen, ist die private Meoclinic in Berlin. "Vor allem in der Chirurgie und in der Orthopädie sehen wir viele Möglichkeiten, unseren Patienten damit einen zusätzlichen Service anzubieten. Die Face-to-Face-Kommunikation einer Videokonferenz kommt einem echten Beratungsgespräch am nächsten", sagt ein Sprecher. Die erforderliche Technik, sagt Karsten Neumann von der Unternehmensberatung Roland Berger, sei heute kein Problem mehr.
"Die Frage ist eher, für wen sich ihr Einsatz lohnt." Er sieht Chancen für die Web-Visiten vor allem auf dem Selbstzahlermarkt. "So können Ärzte ihren Patienten einen zusätzlichen Service anbieten." Für Ärzte, die überwiegend Kassenpatienten behandeln, ist die Onlinesprechstunde bislang weniger attraktiv. Eine aktuelle Studie des Marktforschungsunternehmens Wegweiser ergab, dass 64 Prozent der niedergelassenen Ärzte E-Health geringe oder keine Bedeutung beimessen.