Menschen bevorzugen in Gesprächen das rechte Ohr zum Zuhören. Einer italienischen Studie zufolge stoßen Bitten an eine Person eher dann auf Gehör, wenn sie von der rechten Körperseite geäußert werden. Die Forscher führen die Dominanz des rechten Ohrs darauf zurück, dass die mit dieser Seite verbundene linke Hirnhälfte verbale Informationen besser verarbeiten kann.
Vorangegangene Studien hatten die Asymmetrie des Gehörs in Bezug auf Unterhaltungen bereits belegt. Die Wissenschaftler der Universität Chieti entdeckten nun, dass das Phänomen auch im täglichen Leben auftritt. Zunächst beobachteten sie rund 290 Besucher von Nachtclubs, in denen laute Musik gespielt wurde. Sie entdeckten, dass sich die Redenden in 72 Prozent der Gespräche an das rechte Ohr der Zuhörer wandten. Das schreiben die Forscher im Fachblatt "Naturwissenschaften".
Dass die Körperhälfte auch über den Erfolg einer Bitte entscheiden kann, zeigten die Wissenschaftler dann im folgenden Schritt: Sie wandten sich mit der Bitte um eine Zigarette direkt an die Gäste. Äußerten sie den Wunsch in deren rechtes Ohr, waren sie eher erfolgreich, als wenn sie die Menschen von links ansprachen.