Ihr Lebensmittelpunkt ist das TestenDas ist gut fürs Renommee, aber noch mehr freut sie sich über das Geld. Mit den 500.000 Euro kann sie "zwei Leute finanzieren, die ich frei einsetzen kann. Genial." Denn genau das störte sie in Deutschland: Junge Wissenschaftler kommen schwer an Forschungsmittel heran. Doch auch das sieht die Professorin, die viel lacht, sportlich: "Der Tüchtige findet sein Glück. Man muss halt einen Antrag nach dem anderen schreiben, irgendwann klappt es."
So wie bei ihr alles andere auch ganz gut klappt. Und wenn nicht, wird es verbessert - gut gelaunt, pragmatisch, zielorientiert. Die richtige Einstellung für jemanden, dessen Lebensmittelpunkt das Testen ist. Ina Schieferdecker forscht auf dem Gebiet des systematischen, modellbasierten Testens. Klingt kompliziert, dabei ist die Idee einfach: Das Handy, der Computer das Auto sollen funktionieren. Sie entwickelt Verfahren, mit denen zum Beispiel Netzbetreiber ihre komplexe Technik systematisch prüfen können, bevor sie auf den Markt kommen.
So weit, so gut - aber nicht für die dynamische Forscherin. Sie hat es sich zum Ziel gesetzt, System- und Testentwicklung zu verbinden. "Bislang sagte man: Ist getestet, also okay. Ich will wissen, wie die Qualität eines Tests ist. Was hat man nachgewiesen?" Außerdem möchte sie erreichen, dass nicht nur bis zur Abnahme eines Systems getestet wird, sondern auch danach. Testen von der Wiege bis zu Bahre. Dafür muss sie noch viel Überzeugungsarbeit leisten. "Testerei klar", sage jeder. Doch dann konzentrierten Unternehmen ihre Kräfte lieber darauf, neue Technik zu bauen.