Nano - dieses Stichwort suggeriert Technik, metallisches Kleinst-Zeugs, Atömchen-Frickelei. Nur millionstel Millimeter groß. Kalt, unbelebt, mechanisch. Weit entfernt von solch schönen, großen Dingen wie knusprigen Brötchen, krossen Haxen oder einer kühlen Mascarponecreme. Und doch: Die Fusion von Technoidem und Leckerem ist geplant. Denn die Nanotechnik arbeitet sich in Bereiche vor, in der sie noch nie zuvor gewesen ist: in die Lebensmittelbranche.
Geschmack und Nährwert könnten aufgepeppt werden
In Form von selbstreinigenden oder kratzfesten Lacken sind Nanoteilchen bereits auf dem Markt. Auch Computeringenieure und Mediziner experimentieren seit längerem mit Nanotechnologien. Nun ist die Lebensmittelindustrie ebenfalls von den Möglichkeiten begeistert, die die Nanowichtel eröffnen. Welche Ideen und Anwendungen es gibt, zeigte der Kongress Nano4Food, der diese Woche im niederländischen Wageningen stattfand.
So könnten Nanoteilchen den Geschmack und den Nährwert von Lebensmitteln aufpeppen. "Wir möchten mit der Nahrung die Gesundheit verbessern", sagt Nissim Garti, Lebensmittelchemiker von der Hebräischen Universität Jerusalem. Deshalb seien Nanozusätze "ein Muss". Vitamine oder bestimmte Aminosäuren könnten in Nanocontainer eingekapselt werden. Diese Kapseln, zwischen zehn und 100 Nanometern groß, seien löslicher, beweglicher und robuster als herkömmliche Nahrungszusätze in Mikrotropfen-Form, erläutert Garti. Sein Know-how will der Chemiker in das israelische Startup-Unternehmen Nutralease einbringen.
Nanoumhüllungen könnten auch Kaffeearomen verstärken. Zuckermoleküle und Aminosäuren werden in Nanotröpfchen eingekapselt, die dann auf die Kaffeebohnen gesprüht werden. Erst wenn heißes Wasser hinzugefügt wird, platzen die Kapseln, und beide Stoffe vermischen sich mit dem Kaffee.
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