Vor mehr als 30 Jahren schon beschrieben Meadows und seine Kollegen in "Limits of Growth" Szenarien für die ökonomische und die ökologische Katastrophe. Das Buch wurde in 29 Sprachen übersetzt. Der amerikanische Systemforscher wurde 1972 mit seiner Auftragsforschung für den Club of Rome mit ein paar Linien in einer Handvoll Diagrammen weltberühmt.
Mit exponentiell anwachsenden Kurven machte er deutlich, dass Bevölkerung, Konsum und Schmutz zunehmen. Was die Erde den Menschen bietet, nimmt ab: Rohstoffe, Aufnahmevermögen für Schadstoffe, Trinkwasser, Artenvielfalt. Bleibt die Ressourcenbeanspruchung auf dem Niveau, fährt die Menschheit das System Erde noch in diesem Jahrhundert gegen die Wand. Dagegen hilft nur eine Beschränkung des Wachstums, womit wohl keine politische Partei einen Blumentopf gewinnen kann.
Zusammen sind sie älter geworden - die Welt und der Professor für Systemwissenschaft. Am Montag stellte er in Stuttgart seine sozial- und umweltwissenschaftlichen Theorien vor. Die Neuauflage seines Bestsellers hat gut 100 Seiten mehr. "Vor 30 Jahren haben die meisten Leute noch gar nicht verstanden, wovon ich rede. Grenzen konnte sich keiner vorstellen", sagt der 64-Jährige. "Im Update habe ich viele Beispiele, die meine Kalkulationen anschaulicher machen. Die Schlussfolgerungen von 1972 sind weiterhin gültig. Allerdings kommen Veränderungen auf uns zu - schneller, als das jemals der Fall war."
Richtwerte und Emissionshandel interessieren nicht
Anders als beim Kollegen Stern liegt sein Augenmerk nicht auf dem Klimawandel: "Das ist nur ein Symptom, nicht die Ursache selbst. Das Problem ist das Wachstum der Weltbevölkerung, des Energie- und Materialverbrauchs. Der Klimawandel ist das größte Marktversagen, da stimme ich Stern zu. Erstmals werden sich die Reichen mit Geld keine Lösung kaufen können."