Länder-Check Bildung
Schlechtes Betreuungsverhältnis trotz schrumpfender SchülerzahlenObwohl das Land mehr als alle anderen betroffen ist vom demografischen Wandel, von Geburtenrückgang und Abwanderung, werden die daraus entstehenden Chancen nicht genutzt. So hat sich laut Bildungsmonitor das Betreuungsverhältnis an den Schulen weiter verschlechtert. Auf einen Lehrer an Grundschulen kommen 17,6 Schüler, an weiterführenden Schulen sind es 15,2. Im Vergleich dazu der ostdeutsche Spitzenreiter Sachsen: An den Grundschulen teilen sich 14,6 Schüler einen Lehrer, in der Sekundarstufe I sind es 11,8. Während Sachsen nach der Wende aufgrund schrumpfender Schülerzahlen nur elf Prozent der Lehrerstellen gestrichen hat, waren es in Mecklenburg-Vorpommern 36 Prozent. Das Mitte der 90er-Jahre eingeführte Lehrerpersonalkonzept, mit dem Stellen sozial verträglich reduziert werden, hat bei vielen Lehrern zu Frust geführt. 70 Prozent der Pauker arbeiten auf Zweidrittelstellen, zu Ostgehalt; darunter auch Schulleiter. Das will die Landesregierung nun ändern. Und: "Wir wollen mehr selbstständige Schulen und Lehrer über finanzielle Leistungsanreize motivieren", sagt Gabriele Brick vom Bildungsministerium.
Das scheint bitter nötig, denn im nordöstlichsten Bundesland hat "eine gewisse Lethargie in der Bevölkerung eingesetzt", sagt Hans-Günter Trepte, Bildungsexperte beim Arbeitgeberverband des Landes. "Große Unternehmen siedeln sich nicht an, die Schulabgänger sind nicht gut ausgebildet, die Lehrer nicht engagiert", sagt Trepte, "dabei müssen wir jeden, wirklich jeden qualifizieren, um wirtschaftlich zu wachsen."