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Merken   Drucken   26.07.2005, 17:34 Schriftgröße: AAA

Mars macht tatsächlich mobil  

"Mars macht mobil, bei Arbeit, Sport und Spiel". Mit diesem Slogan hat sich der US-Süßwarenhersteller bei vielen Deutschen eingeprägt. Tatsächlich besitzt Kakao gesundheitsfördernde Eigenschaften - zumindest, wenn man US-Wissenschaftlern glaubt. von Jeremy Grant
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Wissenschaftler von Mars haben nun offenbar herausgefunden, dass der Schokoladengrundstoff Kakao Inhaltsstoffe aufweist, die sich zur Behandlung von Diabetes, Herzinfarkten und Gefäßerkrankungen eignen. Nach 15 Jahren Forschung wurde bei Mars und an zwei US-Universitäten herausgefunden, dass der Kakao-Bestandteil Flavanol gesundheitsfördernde Eigenschaften aufweist. Flavanole können zum Beispiel die Durchblutung von Venen und Arterien verbessern und somit zur Behandlung von Gefäßerkrankungen beitragen.
Mars hat außerdem herausgefunden, dass Kakao-Flavanole synthetisch hergestellt werden können. Entsprechende Lizenzen könnten möglicherweise an Pharmaunternehmen verkauft werden, die daraus eine "bedeutende neue Medikamentenklasse" entwickeln könnten.
Mars-Chefwissenschaftler Harold Schmitz sagt, das Unternehmen habe auch herausgefunden, wie andere Flavanol-Klassen hergestellt werden können. "Das Besondere daran ist, dass wir nicht nur einen einzelnen Inhaltsstoff haben, sondern eine Plattform, die patentiert werden kann, und auf deren Basis Stoffe entwickelt werden können, mit denen sich eine ganze Reihe verschiedener Krankheiten behandeln lassen", sagte er.
Zentraler Aspekt
Auch wenn Mars seinen Wettbewerbern im Bereich Forschung und Entwicklung von verschreibungspflichtigen Medikamenten auf der Grundlage von Kakaoinhaltsstoffen voraus sein mag, ist die Entwicklung nahrhafter und gesunder Produkte auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse zu einem zentralen Aspekt der gesamten Nahrungsmittelindustrie geworden.
Im Zuge der Diskussion um Fettleibigkeit und Herzinfarkte in den USA mussten die Lebensmittelhersteller ihre Produktpalette erneuern, um den in Öffentlichkeit und Wissenschaft thematisierten Gesundheitsaspekten Rechnung zu tragen.
Dieses Jahr hat die US-Regierung einen Ernährungsleitfaden herausgegeben, der zur Vorbeugung von Herzinfarkten erstmals den regelmäßigen Verzehr von Vollkornprodukten empfiehlt. Diese gelten als "gute" Kohlenhydrate.
Die Unternehmen haben mittlerweile erkannt, dass es nicht mehr nur darum geht, Produkte mit möglichst wenig Kohlenhydraten anzubieten, sondern dass es auf die Art der Kohlenhydrate ankommt. Sie nutzen wissenschaftliche Erkenntnisse, um Nahrungsmittel zu entwickeln, die bestimmte gesundheitsfördernde Wirkungen haben und zum Beispiel zur Senkung des Cholesterinspiegels beitragen.
Schnell wachsendes Segment
"Es ist eines der am schnellsten wachsenden Segmente der Supermärkte; bei diesen Produkten haben die von uns befragten Konsumenten den Eindruck, dass sie über die Ernährung Einfluss auf ihre Gesundheit nehmen können", sagt Marlene Machut, eine Sprecherin von Mars.
Mars hat 2003 mit dem Verkauf von CocoaVia einen ersten vorsichtigen Versuch in diese Richtung unternommen. Der ausschließlich online vertriebene Schokoriegel ist reich an Kakao-Flavanolen. Vergangenen Monat hat das Unternehmen einen neuen Geschäftszweig eröffnet, der sich auf die Entwicklung gesunder Nahrungsmittel, Snacks und Getränke spezialisiert.
Auch andere Unternehmen starten solche Initiativen. Das US-Unternehmen Cargill, einer der weltgrößten Nahrungsmittelhersteller, entwickelte im vergangenen Jahr einen Minute-Maid-Orangensaft, der Phytosterol enthält. Diese pflanzliche Substanz trägt zur Senkung des Cholesterinspiegels bei.
Beim Ansturm auf möglichst kohlenhydratarme Produkte war unklar, wie lange dieser Trend anhalten würde. Die Entwicklung gesundheitsfördernder Nahrungsmittel bietet Herstellern jedoch langfristiges Geschäftspotenzial.
  • FTD.de, 26.07.2005
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