Neue Energiestudie:Stromlücke mit Windenergie nicht zu schließen
Die Windenergie wird bis zum Jahr 2020 stärker wachsen als bisher erwartet, kann aber die erwartete Stromlücke nicht schließen. Experten halten den Bau von neuen Gas- und Kohlekraftwerken für unvermeidbar.
Das ergab die Aktualisierung einer Energiestudie aus dem vergangenen Herbst, die am Donnerstag vom Hamburgischen WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) und der HypoVereinsbank in Hamburg vorgelegt wurde. Danach habe sich allein im vergangenen Jahr der Anteil des Windstroms am gesamten Stromverbrauch von 5 auf 6,5 Prozent erhöht. Im Jahr 2020 werde dieser Anteil auf 13,6 Prozent steigen, heißt es in der aktualisierten Fassung der Studie.
Damit haben HWWI und HypoVereinsbank ihre Prognose für den Anteil des Windstroms aus dem Herbst um 1,6 Prozentpunkte nach oben korrigiert. In die Windenergie sollen danach in den kommenden Jahren 35 Mrd. Euro investiert werden, davon 25 Mrd. Euro in Offshore-Anlagen.
Dennoch läuft Deutschland nach der Vorhersage auf eine Stromlücke von 15,5 Prozent des gesamten Bedarfs zu. Im vergangenen Herbst hatte die Prognose noch auf 16,5 Prozent gelautet. Dabei sind die Forscher davon ausgegangen, dass Deutschland wie geplant aus der Kernenergie aussteigt und erneuerbare Energien massiv ausgebaut werden. Auch eine deutlich höhere Energieeffizienz ist bei dem Szenario bereits eingerechnet. HWWI und HypoVereinsbank halten deshalb als "Brückentechnologie" neue Gas- und Kohlekraftwerke mit CO2- Abscheidung für erforderlich.
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