Die USA treiben die Entwicklung neuer Luftschifftechnologien für militärische Zwecke voran. Wie der US-Konzern Lockheed Martin mitteilt, hat er von der Pentagon-Forschungsbehörde Darpa einen 10 Mio. $-Auftrag für die Entwicklung einer High-Tech-Hülle für ein sehr hoch fliegendes Luftschiff erhalten. von Gerhard Hegmann (München)
In den nächsten zwei Jahren soll die Hülle produziert werden. Es ist das Ziel, militärische Nutzlasten wie Sensoren oder Radare sowie die Stromversorgung über Solarzellen direkt in die Hülle zu integrieren und nicht mehr in einem Nutzlastbehälter unter das Luftschiff zu hängen. Die Darpa hat hierzu ein eigenes Forschungsprojekt, das ISIS-Programm gestartet. Es sieht bis etwa 2010 ein flugfertiges Modell mit dieser Technologie vor. Etwa 30 bis 40 Prozent des Gewichts der Luftschiffhülle soll dann zugleich Nutzlastcharakter haben. Derzeit liegt dieser Anteil bei wenigen Prozentpunkten.
Lockheed Martin hat eine jahrzehntelange Erfahrung im Luftschiffbau. So verwies auch der 2002 gescheiterten deutschen Transportluftschiffbauer Cargolifter in seinem Börsenprospekt auf den US-Konzern als großen Wettbewerber. Im Frühjahr 2006 testete Lockheed einen kleinen Prototypen für ein Hybridluftschiff – eine Kombination aus einem Luftschiff und Flugzeug. Im Auftrag des Pentagon entwickelt der US-Konzern zudem ein sehr hochfliegendes Luftschiff. Es soll in etwa 20 Kilometer Höhe unbemannt über Monate den Luftraum und die Erdoberfläche überwachen. Diese Luftschiffe könnten in das US-Raketenabwehrsystem eingebunden werden. Zur Überraschung von Branchenexperten hat das Pentagon aber die Finanzierung für ein riesiges Transportluftschiff, das Walrus-Projekt, eingestellt.
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