Es ist Freitagnachmittag, wenig los in der alten Fabrikhalle. In der Ecke hängen ein paar schlaffe, weiße Kittel. Während sein Mitarbeiter die Produkte des Hauses zeigt, tigert Ralf Zastrau im Showroom auf und ab. Ganz so, als hätte er Angst, die Bodenhaftung zu verlieren. Dann fängt er an, Infobroschüren zu ordnen, wischt den Tisch mit einem Läppchen ab. Und fällt schließlich seinem Mitarbeiter ins Wort, der die Arbeit des Unternehmens erläutert. Zastrau greift zum Bild der Auster, darin die Perle. Es gehe darum, vorhandene Werte zu veredeln. Waschbecken, die Schmutz abweisen, Autoscheiben, die sich selbst reinigen, Metalle, die nicht korrodieren.
Ralf Zastrau, Wirtschaftsinformatiker und Diplomkaufmann, Schnellsprecher und zweifacher Vater, ist der Geschäftsführer von Nanogate. Das Saarbrücker Start-up-Unternehmen entwickelt Schutzschichten aus winzigen Partikeln, so genannten Nanoteilchen, an denen Wasser und Schmutz keinen Halt finden. Fortschritt im kleinen Maßstab: ein Nanometer ist ein Millionstel Millimeter. Dazu kommt ein cleveres Vertriebskonzept. Die Saarbrücker veredeln Becken und Scheiben nicht selbst. Sie karren auch nicht riesige Mengen ihres Beschichtungsstoffes durch die Gegend, sondern liefern ein flüssiges Konzentrat, das ihre Kunden weiterverarbeiten. Keine schillernden Technologieträume, sondern praktische Antihaftbeschichtungen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Nachwuchsunternehmen der Branche bietet Nanogate marktreife Produkte - und konnte damit erstmals 2004 Gewinne einfahren.