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Merken   Drucken   14.09.2008, 19:19 Schriftgröße: AAA

Terrorabwehr: Mit Technik gegen Attentate  

Im Schatten der Terrorangst blüht die Sicherheitstechnik: Forscher arbeiten an Sprengstoffscannern, Giftgassensoren, intelligenten Kameras und bombensicheren Gebäuden. von Mirko Smiljanic (Karlsruhe)
Im Thriller "Staatsfeind Nr. 1" aus dem Jahr 1998 ist es nur eine Vision: Bei der Jagd auf einen Verdächtigen setzt der US-Geheimdienst ein Hightech-Überwachungssystem ein, das mit Satelliten, Radar und Infrarotkameras jeden seiner Schritte verfolgt. Was Forscher vergangene Woche im Karlsruher Kongresszentrum präsentierten, kommt dieser Vision schon ziemlich nahe. "Future Security" hieß die Leistungsschau, auf der deutsche Sicherheitstechniker zeigen wollten, dass sie bereit sind, auf einem internationalen Wachstumsmarkt mitzuspielen: Die Angst vor Terroranschlägen hat die weltweiten Ausgaben für Überwachungs- und Abwehrtechnik von 23 Mrd. $ im Jahr 2000 auf mittlerweile 140 Mrd. $ ansteigen lassen.
Vom Weltraum bis in das Innere von Gebäuden reicht das Arsenal. So bietet der Raumfahrtkonzern EADS Astrium Satellitenbilder mit einer Auflösung von 50 Zentimetern an. Mit seiner Radarkamera erfasst der Satellit "Terrasar-X" auch durch dichte Wolkendecken hindurch Bewegungen von Schiffen und Autos. Für die Überwachung von städtischen Ballungszentren mit vielen Details ist die Auflösung allerdings noch zu gering. "Technisch sind zwar Auflösungen von bis zu 25 Zentimetern möglich", sagt Unternehmenssprecher Rüdiger Koppe, "umgesetzt haben wir sie aber noch nicht."
Flugdrohnen liefern bewegtes Luftbild
Für genauere Bilder sorgen Kameras in Flugdrohnen, die das Forschungsinstitut für Optronik und Mustererkennung (FOM) entwickelt. Ihre Bilder werden nicht einfach auf einem Bildschirm angezeigt, sondern im Computer auf ein 3-D-Modell der Landschaft gelegt, die sie überfliegen. So entsteht im Lagezentrum ein ständig aktualisiertes bewegtes Luftbild in hoher Auflösung. Die Feuerwehr weiß, wo es brennt, die Polizei sieht den Bankräuber, Militärs verfolgen terroristische Aktivitäten. Für eine Dauerüberwachung taugt die Technik aber nicht: Der Aktionsradius der Drohnen ist begrenzt.

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