Monika Auweter-Kurtz, ehemalige Präsidentin der Universität Hamburg
Am vergangenen Freitag meldete Auweter-Kurtz sich ab und reiste in ihre schwäbische Heimat. Bis Donnerstagabend gab es von ihr keine Reaktion auf das Trennungsangebot. Sollte sie sich bis zum 9. Juli nicht freiwillig zurückziehen, droht ihr im Akademischen Senat die Abwahl. Die allerdings müsste vom Hochschulrat beschlossen werden.
Dieses Gremium, ähnlich einem Aufsichtsrat, entscheidet nach dem Hochschulgesetz über die Präsidentin. Die Mitglieder sind nun massiv verstimmt über den Alleingang der Senatorin. "Ich bin extrem unglücklich darüber, wie das gelaufen ist", sagt Albrecht Wagner, Vorsitzender des Hochschulrats. Der Rat sei von der Wissenschaftsbehörde überhaupt nicht konsultiert worden. Er lässt offen, welche Konsequenzen das für ihn und die anderen Ratsmitglieder haben wird.
"Aus der Sache gehen alle beschädigt heraus", sagt Michael Hartmer, Geschäftsführer des Deutschen Hochschulverbands (DHV), der die Interessen von über 20.000 deutschen Universitätsprofessoren vertritt. Die Präsidentin, die ihre Uni mit harter Hand zu Reformen zwingen wollte, und die Senatorin, weil sie mit ihrem vorschnellen Aufhebungsangebot in die Autonomie der Uni eingegriffen und damit den Hochschulrat demontiert hat.