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Merken   Drucken   26.01.2006, 18:17 Schriftgröße: AAA

Verändertes Eiweiß erklärt tödliche Wirkung von H5N1  

US-Forscher haben bei der Analyse einer Reihe von Vogelgrippe-Viren ein verändertes Eiweiß entdeckt, das für die tödliche Wirkung der zur Zeit in Asien und Europa verbreiteten Erreger des Typs H5N1 verantwortlich sein könnte. In der Online-Ausgabe des Fachjournals "Science" stellen sie eine besonders aggressive Variante des Proteins mit dem Namen NS1 vor. von Martin Virtel
Ein "Notfallkoffer Vogelgrippe" für Veterinäre am ...   Ein "Notfallkoffer Vogelgrippe" für Veterinäre am Flughafen Frankfurt
Das Molekül ist in der Lage, sich an Proteine in der Zelle zu binden und sie damit unbrauchbar zu machen. Die hohe Todesrate bei Geflügel nach der Infektion mit H5N1 ist bislang noch nicht hinreichend erklärt. Jüngsten Untersuchungen zufolge greift H5N1 nicht nur - wie die herkömmliche Grippe - die Lunge der Vögel an, sondern auch das Nervensystem und den Verdauungstrakt.
Der Erreger kann auch für Menschen tödlich sein, allerdings ist die Ansteckungsgefahr nur bei intensivem Kontakt mit infizierten Vögeln groß. Auch Viren der menschlichen Grippe besitzen das Protein NS1, allerdings in einer etwas anderen Variante.
Furcht vor Pandemie
Beim Menschen fehlt die Kette von Bausteinen, die Vogelgrippeviren ganz offensichtlich als Waffe gegen ihre Wirte nutzen, schreiben John Obenauer und Kollegen vom St. Jude Kinderkrankenhaus in Memphis. Das Team analysierte das Erbgut von 169 verschiedenen Erregern und Teile von weiteren knapp 160 Stämmen, um die Geninformation mit menschlichen Grippeviren zu vergleichen. Experten fürchten, dass durch die Vermischung von H5N1 mit menschlichen Influenza-Erregern eine weltumspannende Grippeepidemie ausgelöst werden könnte.
Um die feinen Unterschiede der Proteine aufspüren, setzten die US-Forscher für die Analyse ein Verfahren namens "Proteotyping" ein. Diese Technik konzentriert sich auf Unterschiede in den Baustein der viralen Proteine und spürt auf diese Weise auch winzige Veränderungen im Erbgut der Erreger auf, die bei herkömmlichen Verfahren leichter übersehen worden wären.
  • Aus der FTD vom 27.01.2006
    © 2006 Financial Times Deutschland,
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